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Was ist Fundraising? (Definition)

Was bedeutet eigentlich Fundraising?

Definition: Unter Fundraising versteht man die Geld- oder Ressourcen-Beschaffung für Projekte oder Ziele einer Organisation. Der Begünstigte erhält die Mittel kostengünstig, kostenfrei bzw. ohne Gegenleistung in gleicher Höhe. Fundraising wird vor allem von gemeinnützigen und steuerbegünstigten Organisationen betrieben, zunehmend jedoch auch von Unternehmen z.B. zur Projekt-Finanzierung.

Was heißt Fundraising – übersetzt und per Definition?

Fundraising ist wie viele Begriffe im „neudeutschen“ Sprachgebrauch ein Anglizismus. Er besteht aus den Worten fund (deutsch: Geld bzw. Mittel, besser: Ressourcen) und raising (von to raise = beschaffen, akquirieren). Die Begriffe Spendensammeln oder Kapitalbeschaffung greifen als alternative Bezeichnungen zu kurz, da Fundraising alle Zuwendungen in Form von Geld-, Sach- und Arbeits- oder Dienstleistungen beinhaltet – und somit auch „Zeitspenden“ in Form von ehrenamtlicher Arbeit. Als Synonym eignet sich am besten das Wort Mittel- oder Ressourcen-Beschaffung. 

Wer betreibt Fundraising?

Fundraising wurde bis vor wenigen Jahren vornehmlich von Non-Profit-Organisationen durchgeführt. Klassische Beispiele hierfür sind Vereine, Schulklassen, Musikgruppen, NGOs (Non-Government-Organisationen), Hilfsorganisationen, Stiftungen, Parteien oder Kirchengemeinden in Form sachgebundener Kollekten. Diese Institutionen beschaffen per Fundraising alle zu ihren Zielen und Satzungszwecken notwendigen Ressourcen.

Zunehmend wird Fundraising auch als Möglichkeit der Unternehmensfinanzierung praktiziert – vor allem zweckgebunden für bestimmte Projekte. Beispielsweise werden Filmprojekte (auch große Kino-Spielfilme) oder Langspielplatten-Aufnahmen weniger bekannter Künstler per Fundraising finanziert oder mitfinanziert. Bei Unternehmen ist zu beachten, dass sie möglicherweise den steuerlich begünstigten Bereich der Gemeinnützigkeit verlassen: Dienen die erworbenen Gelder, Mittel oder Ressourcen dem gewerblichen Betrieb mit dem Ziel der Gewinnerwirtschaftung, können sie steuerpflichtig sein.

Als Geldgeber für Fundraising-Maßnahmen fungieren Privatpersonen, Stiftungen und Unternehmen, aber auch staatliche Stellen – z.B. Institute für öffentliche Fördermittel. Siehe auch Crowdfunding. 

Wie funktioniert Fundraising?

Fundraising beinhaltet alle Aktivitäten zur Mittelbeschaffung. Dazu gehören u.a.:

  • Recherche potenzieller Geldgeber
  • Planung der Kampagne
  • Dialog und Durchführung
  • Controlling und Analyse

Fundraising in Unternehmen ist daher als komplexe Marketing-Aufgabe zu verstehen. Stichwort: Beschaffungsmarketing (Hier zeigt sich auch, dass Marketing nicht nur mit Werbung gleichgesetzt werden kann, was fälschlicherweise oft geschieht. Marketing bedeutet Unternehmens-Steuerung nach Marktanforderungen). 

Wie werden Fundraising-Aktionen durchgeführt?

Möglichkeiten für Fundraising sind die Mittelbeschaffung u.a.:

  • per Spendendose
  • per Spendenaufruf – z.B. in den Fernseh-Nachrichten nach einer Naturkatastrophe
  • per Online-Fundraising
  • per Telefonakquise oder Direktwerbung
  • durch Aufrufe in den sozialen Netzwerken wie Facebook oder per Twitter
  • durch Straßen- und Haustür-Sammlungen
  • während Event- oder Charity-Aktionen
  • per SMS via Micropayment-Systemen

SMS-Spendensammlungen sind über die Micropayment-Systeme vieler Mobilfunkanbieter möglich. Hierbei werden Spenden-SMS vom Spender an eine Kurzwahlnummer versendet. Die Spendensumme wird daraufhin via Mobilfunk-Abrechnung oder vom Prepaid-Guthaben abgebucht.

Was ist Online-Fundraising?

Online-Fundraising funktioniert über Projektdarstellungen im Internet auf Homepages der Sammelnden sowie zunehmend auf speziellen Fundraising-Plattformen. Dies ist eine vielfach von Unternehmern oder Künstlern genutzte Möglichkeit der Mittelakquisition.

Was ist Fundraising im Social Franchising?

Fundraising ist im Social Franchising sehr verbreitet. Was ist Social Franchising? Bei dieser Kooperationsform nutzen Organisationen die Methoden des klassischen (kommerziellen) Franchisings für Sozial-, Hilfs- bzw. Non-Profit-Projekte. Dabei steht nicht die Gewinnmaximierung, sondern das Gemeinwohl im Vordergrund.

Methoden des klassischen Franchisings sind zum Beispiel die Standardisierung und Multiplikation des Geschäftsmodells, die Selbstständigkeit der Partner, der einheitliche Auftritt der Partner sowie die Arbeitsteilung zwischen den Partnern vor Ort und der Systemzentrale (d.h. die Zentrale übernimmt viele administrative Funktionen und den Partnern vor Ort obliegt das operative Geschäft).

Im Social Franchising werden zum Beispiel ehrenamtliche Leistungen oder Dienstleistungen zu günstigeren Preisen angeboten. Andere Social Franchise-Systeme betreiben oder unterstützen Sozialmärkte oder soziale Einrichtungen.

Hier ein Video-Interview der Franchise-Expertin Mag. Waltraud Martius zum Thema Social Franchising:

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