27.09.2017

1. Schritt: Ausführliche Recherche zu Gründungsideen und Herausforderungen

 

 

Gründungsideen als Geistesblitze und eine Marktlücke als Potenzial: Das alleine reicht noch nicht, um ein Unternehmen erfolgreich zu starten und um zu bestehen. Jede Idee braucht ein Fundament. Und die wichtigsten Grundlagen beginnen bei der Frage, ob es sich bei dem Vorhaben um eine Eigengründung, ein Franchise-Lizenzmodell oder eine Unternehmensnachfolge handeln soll. Ferner reichen die Grundüberlegungen über ein persönliches Eignungsprofil bis hin zu rechtlichen Vorgaben. Eine Beratung durch einen erfahrenen Consultant ist vor dem Start in jedem Fall sinnvoll.

 

 

Wege in die Selbstständigkeit

Drei Wege können zum eigenen Unternehmen führen:

1. eigene Gründungsideen umsetzen

2. erfolgreiche Geschäftsideen und bewährte Konzepte übernehmen

3. die Nachfolge eines Unternehmers antreten

 

Im ersten Fall entwickelt der Gründer seine Geschäftsidee zu einem tragfähigen Modell weiter. Dies kann ein Hobby sein, sofern ein Markt dafür besteht. Oder das Entdecken einer Marktlücke oder eines Trends. Inspiration für die Suche nach Geschäftsideen bieten Events wie Erfindermessen und Gründerinitiativen, aber auch Nachfolgebörsen und Franchise-Plattformen. Für fast jede Unternehmensgründung ist eine Finanzierung durch Fremdkapital notwendig, vor allem in Form von Krediten. Wer das Risiko vermindern möchte, kann versuchen, Kontakt zu Investoren oder Gesellschafter zu suchen, sie von seinen Ideen zu überzeugen und sie an seinem Startup zu beteiligen.

Zu Punkt zwei gehört das Franchising. Statt eigene Gründungsideen zu entwickeln, mietet der Existenzgründer ein erfolgserprobtes Geschäftskonzept gegen Gebühr. Er „multipliziert“ das Betriebsmodell und bedient damit ein noch unbesetztes Vertriebsgebiet. Dort nutzt er die Markenrechte, das vermittelte Know-how, den Erfahrungsaustausch im Partnernetzwerk sowie die administrative Unterstützung der Zentrale. Das Risiko zu scheitern ist geringer als bei klassischen Startups mit nicht erprobten Ideen, doch muss sich der Gründer strikt an Vorgaben des Franchisegebers halten.

Der dritte Weg zum eigenen Business ist die Unternehmensnachfolge. Hier tritt der Neueigentümer in die Fußstapfen von Inhabern, Geschäftsführern oder Gesellschaftern, die in den Ruhestand gehen. Er übernimmt einen bestehenden Kundenstamm, Immobilien und Anlagen und benötigt keine Anlaufphase wie bei Startups. Das Know-how kann der Nachfolger durch den Vorgänger erlernen. Dies ermöglicht selbst Quereinsteigern den Weg zum Erfolg. Größte Stolperfalle kann hier die Fehleinschätzung des Unternehmenswertes beim Firmenkauf sein.

 

 

Marktforschung

Ist eine ausreichende Nachfrage für die Idee, das Produkt oder die Dienstleistung zu erwarten? Dies kann der Gründer vor dem Start über bestehende Informationsquellen eruieren und um eigene Recherchen ergänzen. Die Ergebnisse dienen der grundsätzlichen Entscheidungsfindung zum Gründen, fließen aber auch in den Businessplan ein.

Die zwei Arten der Marktforschung:

  1. Quantitative Marktanalyse
  2. Qualitative Marktanalyse

 

Bei der quantitativen Marktanalyse werden Daten zu Größe und Entwicklung des Marktes ermittelt. Datenquellen sind zum Beispiel Branchenverbände, IHK's, Handwerkskammern, Banken, Statistik-Ämter und -Dienstleister, Marktforschungsinstitute oder Wirtschaftsförderungsgesellschaften. Dazu kann der Gründer eigene Zählungen vornehmen, beispielsweise in Fußgängerzonen.

Die qualitative Marktanalyse ermittelt Wünsche und Bedürfnisse der Zielgruppe und die Strategien des Wettbewerbs. Quellen sind ebenfalls Marktforschungsinstitute, Banken, große Unternehmensberatungen sowie Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und ihre Studien. Wichtig sind zudem der Kontakt zu den potenziellen Kunden sowie Befragungen der Zielpersonen, welches Interesse sie den Ideen und Angeboten entgegenbringen. Ergänzend zu Fragen in der Öffentlichkeit können unter Umständen das Internet soziale Netzwerke, wie etwa Facebook, genutzt werden.

 

 

Entscheidungsfindung

Frisch von der Schule oder Uni? Das ist die Ausnahme. Die meisten Menschen, die sich selbstständig machen und ein Unternehmen gründen, sind ehemals Berufstätige oder Arbeitslose. Ihre Beweggründe sind finanzielle Wünsche, Unabhängigkeit oder Selbstverwirklichung mit einer eigenen Geschäftsidee. Doch entscheidender beim „Sprung ins kalte Wasser“ ist die Frage: Eigne ich mich als Unternehmer?

Als Leitfaden dient ein Persönlichkeitsprofil. Wichtiger als Fachkenntnisse und beinahe so wichtig wie die Gründungsidee ist die Motivation. Unternehmertypen sind von sich und ihrer Idee überzeugt und vertreten sie überzeugend. Sie sind außerordentlich belastbar, begeisterungsfähig, hartnäckig, wissbegierig, entscheidungsfreudig und in der Lage, Mitarbeiter zu führen. Ausreichend Durchhaltevermögen und genügend finanzielle Sicherheiten für schwierige Zeiten müssen sie ebenfalls mitbringen. In den meisten Berufen und Branchen benötigen sie zudem Verkaufstalent. Zum Rüstzeug gehören auch kaufmännisches Know-how und betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse.

 

 

Persönliche Ausgangslage

Es gilt, sich die eigenen Stärken und Schwächen, Motive und Ziele bewusst zu machen und am besten schriftlich zu fixieren. Unerlässlich ist dabei das Gespräch mit Freunden, Familie und Bekannten. Sehen sie die Person genauso? Wenn ja, ist die Wahrscheinlichkeit der Selbstüberschätzung geringer. Last but not least muss das private Umfeld hinter den Plänen stehen. Partner und Familie müssen den Unternehmer unterstützen und entlasten, statt seinen Plänen im Weg zu stehen. Nur ein stabiles privates Umfeld hält einem Gründer den Rücken frei.

 

 

Hürden / Hindernisse

Woran scheitern Unternehmer? Häufige Gründe für frühe Insolvenzen sind klassische Fehler in der Finanzierung. Beispiele: zu wenig Eigenkapital und zu geringe Risikobereitschaft zur Aufnahme von hohen Fremdkapital-Krediten. Häufig fehlen Grundkenntnisse betriebswirtschaftlicher Zusammenhänge. So werden Kosten, Umsätze und Erlöse falsch eingeschätzt. Wenn Expansionen oder neue Mitarbeiter nötig sind, um steigende Nachfrage abzufangen, reichen die Rücklagen nicht aus und die enttäuschten Kunden wandern ab.

Eine solide Finanzplanung gehört zu jedem Businessplan. Wer euphemistische Businesspläne für schnellere und billigere Bankkredite statt realistischer und konservativer Berechnungen vorlegt, kommt eventuell leichter an sein Geld. Doch nützt es wenig, wenn es nicht reicht. Weitere Gründe fürs Scheitern sind zu schnelles Aufgeben in Krisen, falsche Markteinschätzungen, Trendeinbrüche und Selbstüberschätzung.

 

 

Rechtliche Voraussetzungen und Formalitäten

Je nach Branche und Rechtsform des Unternehmens benötigt der Gründer neben der Gewerbeanmeldung einen Eintrag ins Handelsregister. Möglicherweise sind Genehmigungen oder – wie im Gastgewerbe – Konzessionen einzuholen. Außerdem sollten rechtzeitig vor dem Geschäftsstart die notwendigen Schutzrechte für Namen, Marken, Corporate-Design-Elemente oder Patente und innovative Angebote angemeldet werden.

Bei der Wahl der Gesellschaftsform spielt die Haftungsfrage eine wesentliche Rolle: Hier muss der Neuunternehmer und Startup-Gründer entscheiden, ob er als Inhaber persönlich haften möchte oder begrenzt wie bei einer GmbH. Je nach Unternehmensart und Größe bietet es sich an, Kooperationen einzugehen oder weitere Gesellschafter zu beteiligen. Um Fehler zu vermeiden, ist es unbedingt empfehlenswert, sich durch Gründungsberater begleiten zu lassen. Sie helfen auch in Fragen des Businessplans und der Kreditfinanzierung. Außerdem können sie durch ihr fachliches Know-how einschätzen, wie tragfähig eine Gründungsidee tatsächlich ist.

 

 

Hier geht es weiter mit dem 2. Schritt: Die eigene Gründung ordentlich konzipieren und planen

Autor:

Jens Kügler
Jens Kügler
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