Franchisegeber im Franchise-Glossar

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist ein Franchisegeber?
  2. Was macht ein Franchisegeber?
  3. Wie werde ich Franchisegeber?
  4. Franchisegeber werden: Multiplikation eines erfolgreichen Pilotbetriebes
  5. Warum Franchisegeber werden?
  6. Franchisegeber werden – die Vorteile
  7. Franchisegeber werden – die Nachteile
  8. Videos zum Thema Franchisegeber werden

 

Was ist ein Franchisegeber?

Definition: Der Franchisegeber ist Initiator einer Unternehmenskooperation und gestattet seinen Partnern – den Franchisenehmern – die Umsetzung des von ihm erprobten und standardisierten Geschäftsmodells. Als Gegenleistung für den Systemaufbau erhält er eine Eintrittsgebühr sowie laufende Gebühren für die Nutzung von Schutzrechten, die Vermittlung von spezifischem Know-how und die Unterstützung im Tagesgeschäft.

 

 

Was macht ein Franchisegeber?

Ein Franchisegeber hat ein Geschäftskonzept entwickelt und an anderen Standorten erprobt sowie eine entsprechende Marke kreiert. Erst nachdem er dies getan hat, kann er nun zum Franchisegeber werden – eigentlich macht diese Bezeichnung nämlich erst dann richtig Sinn, sobald der erste Franchisenehmer gewonnen werden kann.

Ein Franchisegeber stellt sein Geschäftskonzept sowie seine Marke als Franchise-System anderen Unternehmern beziehungsweise Gründern zur Verfügung. Diese werden dann als Franchisenehmer oder Franchisepartner bezeichnet.

Sie zahlen dem Franchisegeber einmalig eine Eintrittsgebühr, die die Vorleistungen des Franchisegebers refinanzieren soll. Hinzu kommt eine fortlaufende Gebühr, die sich häufig (aber nicht immer) prozentual am Umsatz orientiert und meist monatlich vom Franchisenehmer zu zahlen ist. Damit werden die Betreuungsleistungen des Franchisegebers bzw. der Systemzentrale für die Franchisepartner bezahlt.

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Wie werde ich Franchisegeber?

Der Franchisegeber ist der Initiator eines Franchise-Netzwerkes, auch Franchisesystem genannt, das aus dem Franchisegeber und den einzelnen Franchisenehmern besteht. Der Franchisegeber gewährt seinen Franchisenehmern dabei das Recht zur Ausübung einer Geschäftstätigkeit auf der Basis seines Franchise-Konzeptes und unter Berücksichtigung und Einhaltung bestimmter Vorgaben.

Diese Vorgaben für beide Parteien – Franchise-Geber wie Franchise-Nehmer – werden im Franchise-Vertrag definiert. Dieser ist meist sehr umfangreich, da es in Deutschland kein spezielles Franchise-Recht gibt und alle Details explizit zwischen den Parteien im Franchise-Vertrag zu klären sind.

Franchisegeber kann im Prinzip jeder Unternehmer werden, der sein Geschäftskonzept intensiv getestet und den Erfolg nachgewiesen hat. Zudem sollte das Konzept vom Franchisegeber standort- und personenunabhängig in einem – im Franchising häufig „Pilotbetrieb“ genannten – Geschäft getestet werden.

Noch besser ist es, das Franchise-Konzept ausgiebig (also mindestens ein Jahr) an mehr als nur einem Standort zu testen. Der Franchisegeber erhält so wichtige Informationen, wie sein Konzept auch ohne ihn als Unternehmerpersönlichkeit funktioniert und welche Faktoren in Sachen Standort, Wettbewerb und Kundschaft zu beachten sind. Dies bietet wiederum den ersten Franchise-Partnern verlässliche Auskünfte über die Erfolgsparameter des Geschäftskonzepts.

In der Praxis muss ein Franchise-Geber über erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen verfügen, um sein eigenes Franchise-System aufzubauen und seine Franchise-Marke bekannt zu machen.

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Franchisegeber werden: Multiplikation eines erfolgreichen Pilotbetriebes

Mit der Multiplikation eines Betriebs ist im Franchise-Fachjargon gemeint, dass das Geschäftskonzept nach klaren Regeln und unter bestimmten Bedingungen, die es jeweils zu definieren gilt, an anderer Stelle und durch andere Personen erfolgreich umgesetzt werden kann.

Um den erprobten Pilotbetrieb zu multiplizieren, muss der künftige Franchise-Geber zuvor seine Geschäftsprozesse analysieren, dokumentieren und gegebenenfalls optimieren. Ein seriöser Franchisegeber verfügt über erprobtes und in Handbüchern dokumentiertes Know-how, das ihm unzweifelhafte Markterfolge eingebracht hat.

Zusätzlich benötigt er ein professionelles Schulungs- und Betreuungskonzept, um seine Franchise-Partner zum beruflichen Erfolg zu führen. Auch der Franchise-Vertrag sollte mit einem auf Franchising spezialisierten Anwalt komplett ausgearbeitet sein, bevor die Partnerakquise im großen Stil gestartet wird.

Spätere Änderungen am Franchise-Vertrag können bei den Franchise-Partnern untereinander und mit dem Franchisegeber zu Problemen führen – nämlich dann, wenn zum Beispiel für die ersten drei Franchise-Partner andere Regeln gelten, als für Partner, die später zum System gestoßen sind. Hier sollten angehende Franchisegeber von Anfang auf gleiche Rechte und Pflichten für alle Partner Wert legen.

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Warum Franchisegeber werden?

Mit Franchise-Partnerschaften zum Erfolg

Durch die Suche und Gewinnung von Franchise-Nehmern stellt der Franchise-Geber sein Geschäftskonzept auf eine breitere Grundlage. Im Rahmen einer schriftlichen Franchise-Vereinbarung (Franchise-Vertrag), in der unter anderem die beiderseitigen Rechte und Pflichten aufgelistet werden, sorgt der Franchise-Geber für eine dauerhafte Betreuung der Franchise-Nehmer.

Dies sollte sowohl für die wirtschaftlichen als auch technischen Fragen gelten. Das Leistungspaket einer kompetenten Systemzentrale umfasst häufig auch Finanzierungs- und Managementhilfen sowie Schulungsmaßnahmen.

Bei der Existenzgründung mittels Franchising gehen Franchise-Geber und Franchise-Nehmer eine enge, vertraglich geregelte Partnerschaft ein, von der im Idealfall beide Seiten profitieren.

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die Vorteile und Nachteile, die sich für den Franchise-Geber ergeben können.

 

 

Franchisegeber werden – die Vorteile

 

  • Franchising bietet Franchise-Gebern eine vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit zur Expansion, da neue Standorte meist durch den Franchise-Nehmer finanziert werden 
  • Der Franchise-Geber kann durch das Franchising seine Expansionsgeschwindigkeit erheblich steigern 
  • Der Franchise-Geber trägt nur eingeschränkt Mitverantwortung für die Unternehmen der Franchise-Partner, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht 
  • Durch die Selbstständigkeit der Franchise-Nehmer kann der Franchise-Geber mit hohem beruflichem Engagement seiner Partner rechnen

 

Franchisegeber werden – die Nachteile

 

  • Franchise-Geber verzichtet unter Umständen auf größere Einnahmen an besonders lukrativen Standorten
  • Das Image des Franchise-Systems bzw. Franchise-Gebers kann durch einzelne Franchise-Nehmer Schaden nehmen
  • Die Kontroll- und Gestaltungsmöglichkeiten des Franchise-Gebers ist nicht so groß wie bei eigenen Filialen

 

 

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Videos zum Thema Franchisegeber werden

Autor:

Ulrich Kessler
Ulrich Kessler
FranchisePORTAL GmbH 2019
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