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Private Vorsorge für Selbstständige - Tipps & Tricks

Österreich brauche unbedingt eine Weiterentwicklung und Änderung im Pensionssystem: Die Mercer Studie 2016 hat ergeben, dass Österreich im Vergleich mit 26 ausgesuchten Ländern nur auf dem 18. Platz landen kann. Spitzenreiter sind nach wie vor Dänemark, die Niederlande und Australien.

Die Studie analysiert jedes Jahr die Pensionsvorsorge hinsichtlich Angemessenheit, Nachhaltigkeit und Integrität. Das größte Problem in Österreich: es gibt im Pensionssystem keine automatische Anpassung an demografische Veränderungen und Entwicklungen. Solch eine Anpassung würde aber zu mehr Gerechtigkeit für alle Generationen führen. Laut Mercer sollte an folgenden Punkten gearbeitet werden:

  • Pensionsantrittsalter an die steigende Lebenserwartung anpassen
  • Flexibler Übergang in den Ruhestand
  • Mehr ältere Arbeitnehmer
  • Antrittsalter der Frauen soll schneller erhöht werden

Doch eines muss dennoch erwähnt werden: selbst unter diesen Umständen geht es den Österreichern im Alter doch relativ gut. Einerseits liegt die Lebenserwartung mit 82 Jahren über dem OECD-Durchschnitt, andererseits ist die Altersarmut in Österreich nicht so präsent, wie vielleicht angenommen.

Das Risiko, im Alter arm zu werden, nimmt aber weiterhin stetig zu. Faktoren wie die Generation Praktikum, die steigende Lebenserwartung, immer geringere Einkommen (vor allem bei Frauen) und die Ausgabe von Milliarden von Steuergeldern für das Pensionssystem, bedeuten eher weniger rosige Aussichten. Um Geldsorgen oder gar Altersarmut in der Pension vorzusorgen, ist es (vor allem für Selbstständige!) heute wichtiger denn je, sich um eine private Vorsorge zu kümmern.

Altersarmut bei Selbstständigen - Hilft eine Vorsorge?

Altersarmut ist ein wichtiges Thema in der heutigen Wirtschafts- und Sozialwelt - und sie steigt stetig. Die Ursache ist klar: ein völlig veraltetes Pensionssystem, das dem Stand der demografischen Entwicklung im Jahre 2016 überhaupt nicht mehr gerecht werden kann. Die Lebenserwartung ist zunächst extrem gestiegen: die Österreicher leben heutzutage sieben bis 14 Jahre länger als noch vor 40 Jahren. Demnach sind die Österreicher auch länger im Ruhestand und beziehen die Pension dadurch auch viel mehr Jahre als zuvor. Diese demografische Entwicklung müsste bei einer Pensionsreform unbedingt bedacht werden.

Besonders betroffen von Altersarmut und kleinen Pensionen sind Frauen. Frauen erhalten 48 % weniger Pension als Männer. Dieser große Gender Gap bei den Pensionen ergibt sich aus den extremen Einkommensdefiziten. Die Pensionsschere zwischen den Geschlechtern hat sich somit in den letzten Jahren nicht verbessert. Bei solch einer Einkommenssituation in Österreich kann auch ein Anheben des Pensionsalters von Frauen nicht mehr helfen.

Laut dem Österreichischen Frauenring seien auch die Pensionsreformen 2003 und 2004 schuld an diesem Debakel. Wurden zuvor die “besten 15 Jahre” für eine Berechnung hergenommen, führt man heute die Pensionen auf eine volle Durchrechnung zurück. Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe könnten die Pensionen dadurch weiter verringern.

Durch die gestiegene Lebenserwartung der Österreicher und die gleichzeitig sinkenden Geburtenzahl, sollten junge Menschen am besten so früh wie möglich über eine private Vorsorge nachdenken. Denn wer eine hohe Pension und keine Altersarmut haben möchte, sollte schon in frühen Jahren eine private Vorsorge (zum Beispiel in Form einer Lebensversicherung) abschließen.

Warum eine staatliche Pensionsvorsorge nicht genug ist

Vor allem Besserverdiener und erfolgreiche Unternehmer sind von extremen Einbußen bei den Pensionen betroffen - die Pensionslücke trifft diese Personengruppe extrem stark. Selbstständige sind stark davon betroffen, da der Aufbau eines Unternehmens oder einer Marke von Einkommensschwankungen und Problemen vor allem in der Gründungsphase geprägt ist. Das Heranziehen der gesamten Aktivzeit lässt den gesetzlichen Pensionsanspruch sinken, wodurch ein erheblicher Unterschied zum letzten tatsächlichen Einkommen und der gewährten Pension entsteht. Übrigens: derzeit liegt die durchschnittliche Pension bei 1.006 Euro.

Zudem gibt es auch Berufsgruppen, die gar nicht in den Genuss einer betrieblichen Vorsorge kommen. Freiberufler, Gesellschafter von Personengesellschaften, Einzelunternehmer und Gesellschafter einer GmbH mit einer Beteiligung bis zu 25 % sind davon betroffen. Betroffene Personen müssen sich um eine private Vorsorge kümmern. Diese Berufsgruppen bringen aber auch Vorteile mit sich: zum Beispiel den Gewinnfreibetrag. Heißt, dass diese einen Gewinn von 13 % des Gewinnfreibetrags geltend machen können. Dabei gilt ein Höchstsatz von 100.000 Euro.

Familie & Kinder - Private Vorsorge kann absichern

Viele Geschäftspersonen oder selbstständige Unternehmer sind oftmals gestresst und ausgebrannt. Der steigende Leistungsdruck verleitet diese Berufsgruppen dazu, noch mehr zu arbeiten und sich dabei keine Auszeit zu gönnen. Diese Umstände können dann schneller als man denken mag zu Krankheiten oder einem frühen Ausscheiden aus dem Berufsleben führen.

Einen sicheren Schutz vor einem etwaigen Ruin können dabei klassische Lebensversicherungen bieten. Lebensversicherungen können für die verschiedensten Zwecke eingesetzt werden. Von der Pensionsvorsorge bis zur Unterstützung der Familie oder den Kindern - Lebensversicherungen zählen zu den beliebtesten Formen der Vorsorge. Mittlerweile bieten fast alle Versicherungen, wie zum Beispiel die Grazer Wechselseitige, schon Produkte mit Entnahmemöglichkeiten an. Viele haben außerdem die fondsgebundene Lebensversicherung im Produktportfolio. Dem früheren Vorurteil, dass Lebensversicherungen prinzipiell vor allem starr und unflexibel sind, wirken diese Angebote entgegen - es können auch individuelle Bedürfnisse berücksichtigt werden.

Vorsorgeprodukte mit Entnahmemöglichkeit bieten viel Flexibilität, da die Möglichkeit besteht, während der Laufzeit geregelte Entnahmen zu tätigen. So können die Österreicher auf unvorhergesehene Probleme und Ereignisse bestens reagieren. Eine fondsgebundene Vorsorge unterliegt im Vergleich dazu weniger Richtlinien: die Veranlagung hängt mit der Risikobereitschaft des Versicherungsnehmers ab. Mittels Fonds können die Versicherten die Chancen der Kapitalmärkte nutzen - dabei sollten aber unbedingt stets die Risiken beachtet werden, die mit solch einer Veranlagung verbunden sind.

Mit der passenden Vorsorge richtig absichern

Wie bereits erwähnt, ist das österreichische Pensionssystem weder sicher, noch nachhaltig. Und vor allem Frauen sind in Österreich von Altersarmut gefährdet. Oftmals reicht die gesetzliche Pension nicht, um den normalen Alltag im Alter zu bestreiten.

Und dem nicht genug: denn das Leben ist voller Überraschungen und leider passieren oftmals Dinge, mit denen im Vorfeld so gar nicht gerechnet wurde. Damit solche Schicksalsschläge nicht völlig aus der Bahn werfen, ist eine gut organisierte Vorsorge ein Muss. Das beliebteste Produkt ist dabei die Mischform aus Er- und Ablebensversicherung. Damit sichern die Versicherten einerseits die Vorsorge der Familie ab und andererseits - im Falle des Erlebens - die persönliche Pension.

Tipp: Besteht das Hauptaugenmerk darin, die Familie im Falle eines Ablebens abzusichern? Dann ist vielleicht der Abschluss einer reinen Ablebensversicherung empfehlenswert, da diese kostengünstiger ist als eine gemischte Er- und Ablebensversicherung.

Eines steht fest: Selbstständige Personen sollten unbedingt vorsorgen! Sei es zur eigenen Absicherung, um im Alter nicht plötzlich mit Geldproblemen oder sogar in Altersarmut dazustehen. Oder sei es um der Familie und Kinder Willen.

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