19.06.2017

Neue Studie: Detaillierte Beschreibung von Qualitätskontrollen fördert gute Franchise-Partnerschaft

Die Qualitätssicherung und Einhaltung von Systemstandards zählen zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren im Franchising. Denn die Marke eines Franchise-Gebers kann nur entwickelt werden, wenn alle Standorte die zentralen Anforderungen des Systems einheitlich erfüllen. Entsprechend werden in Franchise-Verträgen in der Regel sowohl Kontrollmaßnahmen als auch Sanktionen bei Verstößen definiert. Eine neue Studie hat sich nun mit der Frage befasst, wie die Vertragsgestaltung in diesen Punkten zu einer guten Geschäftsbeziehung zwischen Franchise-Nehmer und -Geber beitragen kann.

Für die Studie untersuchten Prof. Vishal Kashyap von der Uni Graz und Prof. Brian Murtha von der Gatton School of Business an der University of Kentucky/USA unter anderem, wie sich die Darstellung von Überprüfungsmaßnahmen und Sanktionsrechten in Franchise-Verträgen zusammen mit den konkreten Kontrollen vor Ort auf die Franchise-Partnerschaft, die Vertragserfüllung und den Geschäftserfolg auswirken. Die Wissenschaftler stützten sich dabei auf Interviews mit Franchise-Experten und Konzessionsnehmern, Umfragen unter Hotel-Franchisenehmern, Verträge aus Archiven sowie auf Erhebungen zur Kundenzufriedenheit. Ein zentrales Ergebnis: Die Art und Weise, wie Kontrollmaßnahmen und Sanktionen im Franchise-Vertrag beschrieben werden, wirkt sich darauf aus, ob sich die Franchise-Nehmer dadurch eher unterstützt oder gegängelt fühlen.

Detaillierte Beschreibung der Qualitätssicherungsmaßnahmen

„Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Interpretation der kontrollierenden Maßnahmen davon beeinflusst wird, ob die Verträge stärkeres Augenmerk auf die Überprüfungs- oder die Sanktionsrechte legen“, erklärt Prof. Vishal Kashyap. „Regelwerke, die detaillierter festhalten, wie der oder die Franchise-GeberIn die Einhaltung der Vorgaben überprüfen darf, vermitteln den KonzessionsnehmerInnen eher das Gefühl, unterstützt und begleitet zu werden. Verträge hingegen, die sich ausführlich mit Sanktionsrechten befassen, erwecken den Eindruck: Du kontrollierst mich!“ Während das Gefühl der Unterstützung eine positive Partnerschaft und die Motivation zur Einhaltung der Regeln fördere, lasse die negative Empfindung der Überwachung Unzufriedenheit entstehen, und der oder die Franchise-NehmerIn werde versuchen, wieder mehr Unabhängigkeit zu erlangen, so der Forscher. Das schlägt sich in der Folge auch auf den Geschäftserfolg und die Kundenzufriedenheit nieder. Deshalb seien die Erkenntnisse für Franchise-Geber von großer Bedeutung und sollten bei der Vertragsgestaltung berücksichtigt werden, heißt es in der Pressemitteilung des Instituts für Marketing der Karl-Franzens-Universität Graz.

Ein ausführlicher Artikel zur Studie ist unter dem Titel "The Joint Effects of Ex Ante Contractual Completeness and Ex Post Governance on Compliance in Franchised Marketing Channels" in der Mai-Ausgabe des "Journal of Marketing" erschienen und kann hier bestellt werden. (red.)

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Nachrichten-Redaktion
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