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Yves Rocher hat bereits eine über 50jährige Erfahrung in wirkungsvoller Pflanzenkosmetik und war die erste europäische Kosmetik-Kette mit Schönheitsfachgeschäften, worunter zahlreiche von Franchise-Partnerinnen geführt werden. Die Pflanzenwelt ist für Yves Rocher Inspirationsquelle für alle drei Ebenen der Nachhaltigkeit. So möchten wir in diesem Interview mit der Leiterin Öffentlichkeitsarbeit Sabine Fesenmayr und Prof. Veronika Bellone neben der ökologischen Nachhaltigkeit auch auf das vielfältige soziale Engagement eingehen, das letztendlich auch zur ökonomischen Nachhaltigkeit beiträgt. Yves Rocher hat derzeit weltweit 1.600 Standorte.
Prof. Veronika Bellone: Haben sich die Ansprüche der
Verbraucher/innen in Bezug auf Kosmetik heute verändert?
Sabine Fesenmayr: Die Verbraucherinnen heutzutage kaufen sehr bewusst. Sie informieren sich und vergleichen. Sie wollen wissen woher die Pflanzen stammen, deren Extrakte in ihrer Kosmetik eingesetzt werden. Und sie wollen wissen wie sich die Produkte zusammensetzen und ob sie ökologisch, sozialverträglich und nachhaltig produziert wurden. Heutzutage haben wir es mit einer selbstbewussten Käuferstruktur zu tun.
Prof. Veronika Bellone: Yves Rocher hat Nachhaltigkeit
als Unternehmensziel verankert. Können Sie uns etwas darüber sagen, von wem der
Impuls dafür ausging?
Sabine Fesenmayr:
Monsieur Yves Rocher hat im Jahre 1959 in der Bretagne sein erstes Produkt auf
Basis von Pflanzen entwickelt. Er war seinerzeit absoluter Vorreiter und setzte
lange vor anderen Kosmetikmarken auf Pflanzen. Schon früh hatte er ein
Bewusstsein für die Zusammenhänge der Pflanzenwelt und hielt sie für
schützenswert. Es gibt ein Zitat von Yves Rocher, das heißt: „Es ist unsere
Pflicht gegenüber unseren Kindern, Enkeln und den zukünftigen Generationen, die
Erde so zu hinterlassen, wie wir sie vorgefunden haben.“
Im Jahre 1991 institutionalisierte sein Sohn Jacques Rocher das
ohnehin in der Unternehmensgruppe gelebte Umweltbewusstsein und gründete die
unternehmenseigene Umweltstiftung „Fondation Yves Rocher“. In jener Zeit wurde
das Thema Nachhaltigkeit auch innerhalb der Yves Rocher-Gruppe auf
Managementebene etabliert.
Prof. Veronika Bellone: Wie hat Yves Rocher die
Zieldefinition „Nachhaltigkeit“ im Rahmen der Verantwortlichkeiten und in der
Unternehmensorganisation gelöst? Gibt es eine Art „Nachhaltigkeits-Vorstand“,
eine/n „Nachhaltigkeits-Partnerbetreuer/in“, „-Manager/in“ und „-Controller/in“?
Über die Stiftung „Fondation Yves Rocher“ betreibt das Unternehmen Yves Rocher
Umweltschutz weltweit in über 50 Ländern und setzt sich in zahlreichen Projekten
für Nachhaltigkeit und die Erhaltung und den Schutz der Natur ein.
Sabine Fesenmayr: Auf Gruppen-Ebene selbst gibt es eine Generaldirektion Nachhaltige Entwicklung und dann entsprechend Länder-Verantwortliche. Ich selbst bin für diesen Bereich – bei uns heißt es Developement Durable – für die Länder Deutschland, Österreich, Schweiz zuständig.
Prof. Veronika Bellone: Yves Rocher setzt auf soziale,
ökologische und gesellschaftliche Nachhaltigkeit. Wie hoch ist Ihr
Marketingbudget für nachhaltige Projekte? Und worin sehen Sie für Yves Rocher
einen Return on Investment?
Sabine Fesenmayr: Zahlen möchte ich in diesem Zusammenhang
nicht nennen, jedoch kann ich Ihnen sagen, dass unser Engagement im Bereich
Nachhaltigkeit alle Unternehmensbereiche umfasst. Yves Rocher hält vom Anbau der
pflanzlichen Rohstoffe über die Produktion der Kosmetik bis hin zum Vertrieb
alles in einer Hand. So ist Yves Rocher in der Lage, den gesamten Lebenszyklus
seiner Produkte zu steuern und kann die Auswirkungen auf die Natur und Umwelt
durch eine ökologische Ausrichtung beeinflussen. Die Marke Yves Rocher schützt
die Natur in ihrem Tun und Handeln, das heißt Yves Rocher nutzt den Reichtum der
Pflanzenwelt, ohne sie auszubeuten. So ist es für die Marke Yves Rocher eine
Selbstverständlichkeit, dass keine vom Aussterben bedrohte Pflanzenart verwendet
wird.
Diese strengen Richtlinien hat Yves Rocher in einer eigenen
Pflanzen-Charta definiert. Auch die von Yves Rocher eingesetzten
Verpackungsmaterialien und Umkartons basieren auf dem Prinzip „reduzieren,
recyceln, wiederverwenden“. Der Verzicht auf Umverpackungen und das Ersetzen der
Beipackzettel durch bedruckte Packungsrückseiten sind weitere konkrete Beispiele
für dieses Umweltengagement. Auch verzichten wir komplett auf Plastiktüten und
setzen auf wiederverwendbare Shopping-Taschen in den Yves Rocher-Geschäften.
Dadurch werden 200 Tonnen Kunststoff pro Jahr eingespart.
Übrigens: haben Sie gewusst, dass es bei Yves Rocher bereits seit 1993 Nachfüllpackungen gibt, die 75 % weniger Verpackung gegenüber dem Originalflacon bedeuten. Insgesamt verkauft Yves Rocher jedes Jahr 2,8 Millionen Nachfüllpackungen weltweit. An diesen Beispielen sehen Sie die Ganzheitlichkeit unserer Strategie der Nachhaltigkeit.
Prof. Veronika Bellone: Nachhaltige Entwicklung folgt
der Idee, die Formen des Lebens und Wirtschaftens, des Umgangs mit der Natur und
mit ihren Ressourcen sowie die sozialen Verhältnisse so zu gestalten, dass sie
auf Dauer umwelt- und zugleich sozialverträglich sind. Yves Rocher hat diverse
Initiativen ins Lebens gerufen wie z.B. „Plant for the planet“ und den
Umweltpreis „Trophée de femmes“. Damit bindet Yves Rocher in einzigartiger Weise
diese Initiativen an die Markenwerte an. Können Sie uns etwas über Ihre
Wertekultur bei Yves Rocher sagen und das internationale Engagement von Frauen
für die Umwelt, die Sie mit Ihrem Preis unter anderem ehren.
Sabine Fesenmayr: „Für eine grüne Zukunft unserer Erde“
ist das erklärte Ziel der Fondation Yves Rocher. Die Wege, Kampagnen und
Maßnahmen, um diesem Ziel näher zu kommen, sind vielfältig. So hat sich die
Fondation Yves Rocher verpflichtet bis 2015 weltweit 50 Millionen Bäume zu
pflanzen. Damit unterstützt die Fondation Yves Rocher die Aktion „Plant for the
planet“ der Vereinten Nationen, deren Patin die Friedensnobelpreisträgerin
Wangarii Mathaii ist. Yves Rocher hat sich verpflichtet, diese weltweite
Wiederaufforstungs-Kampagne zu unterstützen, um durch die Pflanzung von 50
Millionen Bäumen, dem Klimawandel aktiv entgegenwirken. Für diese
Wiederaufforstungsaktion setzt Yves Rocher Non-Profit Organisationen ein und
zwar primär dort, wo es laut Experten für das Weltklima am Sinnvollsten
erscheint: in Indien, Madagaskar, Senegal, Burkina Faso und Brasilien. So wurden
durch Yves Rocher bereits über 14 Millionen Bäume gepflanzt.
Übrigens geben wir jedem die Chance sich daran zu beteiligen, durch den Kauf eines Green-Charity-Produktes. Für jedes gekaufte Produkt lässt Yves Rocher im Rahmen der Aktion „Plant for the Planet“ einen Baum pflanzen. Ein weiteres großes Projekt der Fondation Yves Rocher ist der Umweltpreis „Trophée de femmes“. Das heißt, wenn sich Frauen für die Natur einsetzen, stehen wir ihnen zur Seite. Denn der Umweltpreis ehrt Frauen, die tagtäglich Großes für den Umweltschutz leisten. Bisher haben wir weltweit 285 Frauen aus 15 Ländern mit dem Umweltpreis „Trophée de femmes“ ausgezeichnet. Mehr Infos zum Umweltpreis „Trophée de femmes 2011/12“ gibt es unter: www.yves-rocher-fondation.org
Prof. Veronika Bellone: Wie reagieren Ihre Kundinnen
auf Ihr nachhaltiges Engagement? Und gibt es zielgruppenspezifische
Wahrnehmungsunterschiede?
Sabine Fesenmayr: Nachhaltiges Engagement ist meiner Meinung nach heutzutage für Firmen ein echter Wettbewerbsvorteil. Allem voran suchen unsere Kundinnen natürlich eine qualitativ hochwertige, pflanzliche Kosmetik zu einem fairen Preis-Leistungsverhältnis. Jedoch bestätigt sich bei Kundenbefragungen immer wieder, dass der Yves Rocher-Kundin Nachhaltigkeit und grüne Werte sehr wichtig sind und eine Rolle in der Kaufentscheidung spielen.
Prof. Veronika Bellone: Der faire Umgang mit den eigenen
Mitarbeitenden ist heute leider nicht selbstverständlich. Er entwickelt sich zu
einem Wettbewerbsfaktor im Bewerbermarkt. Gibt es in Ihrem Unternehmen eine
spezielle Mitarbeiterkultur, die auch in den Franchisepartner-Betrieben gelebt
wird?
Sabine Fesenmayr: Die Unternehmenskultur bei Yves Rocher ist geprägt von gegenseitigem Respekt, Respekt vor Mensch und Natur gleichermaßen. Dies ist einer der grundlegendsten Werte der Yves Rocher-Gruppe, der sich in der Mitarbeiterkultur auf allen Ebenen, auch in unseren Franchisepartner-Geschäften wiederspiegelt. Wir begünstigen die Entfaltung jedes Einzelnen, bieten Entwicklungsmöglichkeiten in einer Umgebung, die Eigenverantwortung fördert.
Prof. Veronika Bellone: Welche Nachhaltigkeitsziele hat
Yves Rocher für die kommenden Jahre und welche Maßnahmen sind geplant?
Sabine Fesenmayr: Unsere Nachhaltigkeitsziele sind hoch gesteckt. Bis 2015 werden wir weltweit 50 Millionen Bäume pflanzen. Wir binden Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten ebenso in den Nachhaltigkeitsgedanken mit ein. Denn unsere Zukunft, die unserer Kinder und unseres Planeten ist für uns ein permanentes Anliegen. Und auch unser künftiges unternehmerisches Tun und Handeln basiert auf einer konsequenten Strategie der Nachhaltigkeit, zu der wir uns die kommenden Jahre verstärkt verpflichten.
04.05.2011 ©copyright Prof. Veronika Bellone
Das Interview ist Teil des Virtuellen Messestands im FranchisePORTAL.