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Franchise-Journal

Experten-Chat-Protokoll

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06.11.2009

First Franchise Friday

Frau Mag. Michaela Jung, SYNCON International Franchise Consultants

  • Das Franchise-Paket oder die Leistungsbausteine für den Franchise-Erfolg
  • Allgemeine Fragen zum Franchising

Frau Mag. Michaela Jung: Sehr geehrte Live-Chat-TeilnehmerInnen! Ich begrüße Sie herzlich zum heutigen Live-Chat und freue mich auf 2 spannende Stunden. Ihre, Michaela Jung
Leser: Guten Morgen Frau Jung: Können Sie die Aufnahme des Bausteins „Buchführung“ in das Franchise-Paket empfehlen? Welche Vor- und Nachteile sind nach Ihrer Erfahrung damit verbunden?
Frau Mag. Michaela Jung: Liebe Chat-Teilnehmerin, ich empfehle Ihnen die Buchführung in Ihr Leistungspaket aufzunehmen. Einheitliche Vorgaben für die Buchführung für die Franchise-Nehmer erleichtern Ihnen in der Zentrale die Arbeit! Und Ihre Franchise-Nehmer wissen klar, wie die Buchführung ablaufen soll. Auch mögliche Controlling- und Benchmarking-Auswertungen werden dadurch erleichtert. Zu überlegen ist, ob dieser Service für die Franchise-Nehmer in der laufenden Franchise-Gebühr inkludiert wird (Buchführung zentral = verpflichtend), oder als kostenpflichtige Zusatzleistung angeboten wird (Buchführung zentral = freiwillig). Nachteile sehe ich keine.
Leser: Guten Morgen! Mir ist das Franchise-Vokabular noch nicht so geläufig. Was ist unter einem Franchise-Paket bzw. Leistungsbausteinen im Franchising zu verstehen?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, das Franchisepaket ist das Leistungspaket des Franchise-Gebers für seine Franchise-Nehmer. Oft in grafischer Form präsentiert der Franchise-Geber auf 1 Seite seinen Interessenten, was das Franchise-System beinhaltet und welche Leistungen die Zentrale für den einzelnen Franchise-Nehmer erbringt.
Leser: Welche Leistungen sollte der Franchise-Geber seinen künftigen Partnern im Rahmen der Standortsuche anbieten?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, das hängt sehr stark davon ab, was ein zukünftiger Franchise-Nehmer wissen / beachten muss, um einen guten Standort auswählen zu können. Aufgrund bestehender Standorte (Filialen) haben Sie als Franchise-Geber Erfahrungswerte und können einschätzen, was Ihr Franchise-Nehmer an die Hand bekommen soll, etwa Anforderungsprofil an den zukünftigen Standort (Checkliste), Standortanalyse (Checkliste, oder externe Experten)... Die Letztentscheidung für oder gegen einen neuen Standort liegt immer bei Ihnen als Franchise-Geber.
Leser: Guten Morgen, der Schulungsumfang hängt in unserem Geschäft sehr stark von den Vorkenntnissen und der Branchenerfahrung des Partners ab. Wir müssen deshalb die Schulungen hinsichtlich Umfang und Dauer individuell abstimmen. Kann ich die Schulungen individuell oder sollte ich besser jedem Partner die Durchschnittskosten in Rechnung stellen?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, im Normalfall ist die Grundausbildung in der Einstiegsgebühr enthalten - d.h. in die Einstiegsgebühr hinein kalkuliert. Allgemein sagt man, dass im Franchising die Kosten für alle Franchise-Nehmer einheitlich sein sollen. Vielleicht kalkulieren Sie mal durch, wieviel Sie die Maximal- und die Minimalvarianten der Grundschulung kosten und entscheiden sich dann für einen Durchschnittspreis, bei dem Sie als Zentrale kostendeckend aussteigen?!
Leser: Welche Unterstützung bietet ein Franchise-System regelmäßig an? Mit welchen Konsequenzen müssen Franchise-Systeme rechnen, die diese Leistungen zumindest in der Startphase nicht erbringen?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, das klingt jetzt sehr allgemein, aber Ihre Franchise-Nehmer benötigen in der laufenden Partnerschaft von Ihnen alle Leistungen, damit sie systemkonform arbeiten können. Also alle Leistungen zu den Produkten / Dienstleistungen, zu Standort / Betrieb, zum Marketing, zur Organisation und im Trainingsbereich. Wenn Sie als Franchise-Geber noch in der Startphase sind (so lese ich Ihre Frage) und glauben noch nicht alle Leistungen erbringen zu können, dann empfehle ich Ihnen die ersten Franchise-Nehmer zu sogenannten Pilotpartnern zu machen. D.h. bessere Konditionen, aber auch mehr Risiko, weil sie die ersten Partner sind und das System noch nicht fertig gestellt ist. Spielen Sie auf alle Fälle mit offenen Karten! Ihre (zukünftigen) Franchise-Nehmer sind nicht dumm und schätzen Ehrlichkeit.
Leser: Guten Morgen Frau Jung, welche Maßnahmen der Franchisezentrale sind besonders geeignet, um die Franchisenehmer bei Personalsuche und Mitarbeiterführung zu entlasten?
Frau Mag. Michaela Jung: Liebe Chat-Teilnehmerin, am besten entlasten Sie die Franchise-Nehmer mit Ihrem Know-how. Das kann konkret sein: Vorlagen für Anzeigen, Tipps wo inseriert werden soll, alternative Wege um Mitarbeiter zu suchen / anzusprechen, Checkliste für Vorstellungsgespräch, Empfehlungen zum Entlohnungssystem, Einarbeitungsplan für neue Mitarbeiter, Empfehlungen zu Dienstverträgen (Vorsicht mit Haftung!), Führungsprinzip des Franchise-Systems als Empfehlung an die Franchise-Nehmer etc.
Leser: Mit dem Einblick in die Buchhaltung der Franchise-Nehmer hätten wir ein Controlling-Instrument zu unserer Verfügung, wovon nicht zuletzt die Franchise-Nehmer profitieren würden. Dennoch rechnen wir mit heftiger Ablehnung seitens einiger Franchise-Nehmer. Welches Vorgehen empfehlen Sie?
Frau Mag. Michaela Jung: Liebe Chat-Teilnehmerin, ich interpretiere, dass Sie ein bestehendes Franchise-System haben und nun ein neues Tool für die Buchhaltung und in Folge für das Controlling einführen möchten? Es ist immer eine Herausforderung bestehende / eingefahrene Strukturen zu verändern, besonders wenn es ein Mehr an Verpflichtung für die Franchise-Nehmer bedeutet. Ich empfehle Ihnen "Betroffene zu Beteiligten" zu machen und Ihre Franchise-Nehmer soweit als möglich in den Veränderungprozess einzubinden. D.h. etwa den Beirat einzubinden, langfristig die geplanten Veränderungen anzukündigen, bei Jahrestagungen Workshops zu planen, eventuell eine Testphase einzuführen und ähnliches.
Leser: Welche Fragen sollte ich bestehenden Partnern eines Systems stellen, um den Erfolg des Franchise-Unternehmens und die Qualität der Unterstützungsleistungen zu prüfen?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, wenn Sie sich für ein Franchise-System interessieren, dann ist es sicherlich wichtig mit bestehenden Partnern zu sprechen! Fragen Sie diese, ob sie mit dem Franchise-System zufrieden sind. Fragen Sie, wie die Erfahrungen des bestehenden Franchise-Nehmers mit der Zentrale sind. Wie er sich am Markt schlägt. Ob er den Franchise-Vertrag erneut unterzeichnen würde! Ich denke, zufriedene und erfolgreiche Franchise-Nehmer sind für Sie ein guter Indikator, dass der Franchise-Geber seine Franchise-Nehmer ausreichend unterstützt.
Leser: Welche Voraussetzungen muss ein Franchisesystem erfüllen, damit es sich als Franchisesystem bezeichnen darf? Sind Begriffe wie „Franchisesystem“ oder „Franchiseunternehmen“ rechtlich geschützt?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, den rechtlichen Rahmen für Franchising liefert die Gruppenfreistellungsverordnung der EU für vertikale Vertriebsbindungen. Im Mai 2010 tritt eine neue Gruppenfreistellungsverordnung in Kraft. Die Juristen (dazu gehöre ich nicht) prüfen gerade die möglichen Veränderungen durch die neue Verordnung. In Bezug auf das Franchise-Paket (also das Leistungsprogramm des Franchise-Gebers) gilt, dass Sie Ihr System-Know-how detailliert beschrieben haben müssen. D.h. Franchise-Vertrag, Franchise-Handbuch, geschützte Marke. Sie sind dann ein Franchise-Geber, wenn Sie Ihren Franchise-Nehmer alles an Know-how und Tools an die Hand geben, dass diese ihren Standort systemkonform und damit erfolgreich führen können.
Leser: Mit wievielen Partnern eines Franchise-Unternehmens soll ich bei ernsthaftem Interesse sprechen? Soll ich mich auf die vorgeschlagene Terminvereinbarung durch die Zentrale des Franchise-Unternehmens einlassen?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, ich finde das einen guten Service, dass die Zentrale die Terminvereinbarung für Sie übernimmt! Ich lese zwischen den Zeilen heraus, dass Sie befürchten, die vereinbarten Gespräche könnten von der Zentrale beeinflusst bzw. nicht ehrlich verlaufen. Natürlich wird die Franchise-Zentrale für Sie Termine mit den Besten aus dem System vereinbaren. Aber unterschätzen Sie nicht die unternehmerische Selbstständigkeit von Franchise-Nehmern. Ich glaube nicht, dass sich Franchise-Nehmer "den Mund verbieten lassen" (wenn es das ist, was Sie befürchten). Je nach Anzahl der bestehenden Franchise-Nehmer sollten Sie entscheiden, wieviele Gespräche Sie brauchen für eine gute "Bauchentscheidung".
Leser: Können die Unterstützungsleistungen bei der Standortsuche auch an Dienstleister vergeben werden? Können Sie jemanden besonders empfehlen?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, selbstverständlich können Sie als straff organisierte Franchise-Zentrale auf externe Spezialisten zurückgreifen bei der Erbringung von Leistungen für Ihre Franchise-Nehmer (das gilt übrigens für andere Leistungen aus dem Franchisepaket auch!). Wichtig ist, dass Sie die damit verbundenen Kosten für Ihre Franchise-Nehmer offen legen und klar kommunizieren. Die Syncon hat in Österreich mit Standort & Markt, in Deutschland auch mit Geo-Marketing Kontakte. Prüfen Sie die Referenzen der Standortexperten!
Leser: Ich lese regelmäßig die Live-Chat-Protokolle im Franchise-Portal und finde, dass das Thema „Kommunikation innerhalb des Franchisesystems“ mehr Aufmerksamkeit verdienen würde. Damit meine ich nicht nur die neuen Techniken, mit denen die Partner viel Zeit gewinnen, aber auch verlieren können. Mir geht es um eine effizientere Kommunikation und die Klärung so simpler Fragen wie der Bring- und Holschuld bei Informationen. Haben nur wir dieses Problem und müssen uns die Lösungen selbst erarbeiten?
Frau Mag. Michaela Jung: Liebe Chat-Teilnehmerin, ich stimme Ihnen zu: Franchising ist "people management" und Kommunikation ist ein wichtiger Faktor dabei! Hinterfragen Sie kritisch Ihre bestehenden Informations-, Kommunikationskanäle -> fehlt vielleicht der "zwischenmenschliche Aspekt" etwas? Sich Zeit zu nehmen für einander ist in einem anstrengenden, beruflichen Alltag schwierig. Vielleicht sollten Sie bei der nächsten Jahrestagung das straffe Programm auflockern und mehr Zeit für gemeinsame Aktivitäten (Gala-Dinner mit den Franchise-Nehmern, gemeinsame Wanderung / Schlittenfahrt etc.) nehmen. Manches Mal ist die "Verweigerung der Kommunikation" (Holschuld der Franchise-Nehmer) ein ernstzunehmendes Zeichen, dass auf die zwischenmenschlichen Bedürfnisse und Signale verstärkt gehört werden soll. Mit Ihrer Frage zeigen Sie, dass Sie dafür ein "sensibles Ohr" haben! Setzen Sie diese Fähigkeit für Ihr System gezielt ein.
Leser: Guten Morgen! Sollten man als Franchise-Geber die Einrichtung von Beiräten fördern? Ab wie viel Partnern machen solche Gremien Sinn?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, ja, Beiräte in Franchise-Systemen sind ein wunderbares Instrument, um die Franchise-Nehmer institutionalisiert in das System einzubinden. Beiräte sind keine Betriebsräte! Franchise-Geber und Franchise-Nehmer sitzen gemeinsam im Beirat und bringen Ideen in das System ein. Die Letztentscheidung - und damit ein Veto-Recht - liegt immer bei Ihnen als Franchise-Geber. Manche Franchise-Systeme schreiben in ihr Handbuch hinein, dass ab einer gewissen Anzahl von Franchise-Nehmern (etwa 10-15 Franchise-Nehmern) ein Beirat gegründet wird.
Leser: Wie und wo kann ich mir die notwendigen Vorkenntnisse aneignen, um später als Franchisegeber bestehen zu können?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, neben Ihrem fachlichen Know-how bietet das Deutsche Franchise-Institut mit der sogenannten "Schule des Franchising" eine umfassende, 4tägige Ausbildungsmöglichkeit für alle Franchiser. Die nächste Schule des Franchising findet von 30.11. bis 3.12. statt! Mehr Infos unter www.franchise-institut.de / Veranstaltungen.
Leser: Ist die Unterstützung des Franchise-Gebers im Vorfeld der Geschäftseröffnung üblicherweise durch die Eintrittsgebühr abgedeckt oder kann der Franchise-Geber sie gesondert in Rechnung stellen?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, allgemein lässt sich sagen, dass die Franchise-Zentrale von den Franchise-Nehmern eine einmalige Einstiegsgebühr erhält für folgende Unterstützungsleistungen: die Marke und das Know-how, ein erfolgreich erprobtes Konzept, ein geschütztes Logo, detaillierte Handbücher, einen Zugang zum systemeigenen Intranet, einen Franchise-Vertrag, einen garantierten Gebietsschutz in dem keine weiteren Franchisen vergeben werden, eine klare Corporate Identity und ein Corporate Design, die Basisausbildung UND die ständige Beratung von der Planungs- und Projektphase bis zur Eröffnung!
Leser: Erfüllt das Handbuch im Franchising neben der Know-How-Dokumentation noch weitere Aufgaben?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, das Franchise-Handbuch: dokumentiert das Know-how zur erfolgreichen Verkaufstätigkeit und Führung eines Standortes; es beschreibt die Philosophie und die Strategien Ihres Franchise-Systems sowie die Merkmale des Konzeptes und seine Erfolgsfaktoren; es regelt die Ablauforganisation zwischen Ihrer Franchise-Zentrale und den Franchise-Nehmern zur konzeptionsgerechten Umsetzung; es unterstützt den Franchise-Nehmer mit Formblättern, Checklisten und Ablaufdiagrammen; es definiert die Spielregeln der arbeitsteiligen Zusammenarbeit um Konflikte zu vermeiden; es dient als Instrument der Ausbildung, als Nachschlagewerk und zur laufenden Information der Franchise-Nehmer und aller Mitarbeiter; es präzisiert und ergänzt Ihren Vertrag und hilft im Falle eines Konfliktes gemeinsam eine Lösung zu finden. Und zum Schluß dient es als Schutz gegen eine bewusste oder unbewusste Veränderung des Geschäftskonzeptes durch einzelne Franchise-Nehmer.
Leser: Guten Morgen Frau Jung: Welche Leistungsbausteine sind wichtig, um den Franchisenehmer dauerhaft an das Franchisesystem zu binden?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, die sogenannten "Bindfäden" im Franchising können einerseits die Produkte sein, die das Franchise-System exklusiv vertreibt (Segafredo-Kaffee kann man nur als Segafredo-Franchise-Nehmer brühen), aber auch die Marke (die "Golden Arches" von McDonald's dürfen nur an McDonald's-Standorten stehen...). Auch über die interne Organisation lassen sich "Bindfäden" kreieren, etwa ein Warenwirtschaftssystem, das den Franchise-Nehmern zur Verfügung gestellt wird oder ein Controlling-Tool in dem nicht nur Umsatzzahlen abgefragt werden, sondern in dem die Franchise-Nehmer monatlich anschauliche Auswertungen zu ihrer eigenen wirtschaftlichen Entwicklung erhalten, gekoppelt mit Vorschlägen zur Optimierung.
Leser: Zeichnet sich ein Lizenzsystem im Vergleich zum Franchisesystem durch eine „leistungsschwache Zentrale“ aus oder anders gefragt, wird ein Lizenzsystem durch die „Aufnahme zusätzlicher Leistungsbausteinen“ zu einem Franchisesystem? Wo ist die Grenze?
Frau Mag. Michaela Jung: Liebe Chat-Teilnehmerin, Franchise-Geber und Franchise-Nehmer arbeitet in einem sogenannten "Dauerschuldverhältnis" miteinander. D.h. Franchising steht für eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit, die von wechselseitigem Geben und Nehmen (eben Franchise-Geber und Franchise-Nehmer) geprägt ist. In einem Lizenzsystem liegt der Fokus nicht auf der laufenden Zusammenarbeit. Sicherlich kann durch die Aufnahme zusätzlicher Leistungsbausteine ein Lizenzsystem zu einem Franchise-System entwickelt werden. Aber mehr Leistung durch die Zentrale bedeutet auch mehr Verpflichtung für die zukünftigen Franchise-Nehmer. Eine engere Form der Zusammenarbeit schränkt die unternehmerische Freiheit (nicht jedoch die unternehmerische Selbstständigkeit) ein, denn die die Definition von Qualitätsstandards und deren Sicherstellung sind die Eckpfeiler im Franchising, die sich durch alle Leistungsbausteine ziehen.
Leser: Wie erkenne ich als künftiger Gründer, ob ein Franchise-Anbieter ein überzeugendes Leistungspaket für mich bereit hält oder ob er nur mein Bestes - nämlich mein Geld - will und mich dann im Stich lässt?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, ich empfehle Ihnen mit bestehenden Franchise-Nehmern des System zu sprechen und deren Zufriedenheit abzutesten. Zufriedene Franchise-Nehmer sind die beste Referenz!
Leser: Bekanntlich ergänzen sich Franchise-Handbuch und Franchise-Vertrag. Kommt bei der Erstellung erst das Handbuch und dann der Vertrag oder umgekehrt?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, das kommt wahrscheinlich darauf an, ob Sie einen Berater, oder einen Juristen fragen ;-) ! Aber ernsthaft, oftmals werden erst beim Schreiben des Franchise-Handbuches Strategien entwickelt bzw. Entscheidungen getroffen, die dann natürlich auch in den Franchise-Vertrag einfließen können. Ist zuerst der Vertrag formuliert und wird dann erst das Handbuch geschrieben, kann der Vertrag das Handbuch "einengen" bzw. kann das Handbuch nicht vorschreiben, was nicht auch im Vertrag steht.
Leser: Wie stark muss eine Franchise-Zentrale personell besetzt sein, um mich als Gründer zum Erfolg zu führen?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, Franchise-Zentralen sind - wenn sie gut sind - straff organisiert und kommen mit sehr wenig manpower aus! Wenn für jeden neuen Franchise-Nehmer ein weiterer Mitarbeiter eingestellt werden muss, dann läuft etwas falsch... Die Erfahrung zeigt, das Franchise-Systeme oftmals als "one man show" starten, eventuell ergänzt um eine Assistenz.
Leser: Gibt es eine Anleitung, um seitens der Franchise-Zentrale den Tätigkeitsrahmen von Beiräten abzustecken? Wir wollen es vermeiden, künftig unsere Zeit mit widerspenstigen Beiräten zu verlieren.
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, ich empfehle Ihnen die Richtlinien zu Beiräten, wie sie der DFV formuliert hat. Kontakt: Tel. 0049-30-278902-0 und E-Mail: info@franchiseverband.com
Leser: Sollte ich in einem stark umkämpften Märkten wie der Systemgastronomie besser auf ein betreuungsintensives oder ein kostengünstiges Angebot setzen?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, die Frage kann ich seriöserweise so nicht beantworten. Egal ob betreuungsintensiv oder kostengünstig, wichtig ist, dass Sie genau DIEJENIGEN Leistungen erhalten, die Sie für Ihren Erfolg benötigen! Wie können Sie das beurteilen? Checken Sie, ob das System Mitglied im nationalen Franchise-Verband ist (hier gibt es die Qualitätskriterien der Art der Mitgliedschaft bzw. des System-Checks) und fragen Sie bestehenden Franchise-Nehmer nach ihrer Zufriedenheit mit dem System.
Leser: Angesichts der zunehmenden Arbeitslosigkeit dürfte mit mehr Schwarzarbeit zu rechnen sein, die regulär arbeitenden Unternehmen das Leben zusätzlich schwer macht. Sollte unter diesem Gesichtspunkt nicht wirklich die Höhe der Gebühren überdacht werden? Könnte auf der anderen Seite der Umfang der Betreuung vorübergehend eingeschränkt werden?
Frau Mag. Michaela Jung: Liebe Chat-Teilnehmerin, ich verstehe Ihre Überlegungen und Sorgen vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise. Aber die eigentliche Frage ist: Können sich Ihre Franchise-Nehmer ein Mehr an Gebühren bzw. ein Weniger an Leistungen leisten? Werden Ihre Franchise-Nehmer überlegen, wenn Sie eine der beiden Strategien verfolgen? Das Potential eines Franchise-Gebers sind seine Franchise-Nehmer! Nur wenn Ihre Partner erfolgreich sind, sind es auch Sie in der Zentrale. Die Kardinalsfrage lautet, was können Sie tun, damit Ihre , das ist keine einfache Frage.
Leser: Muss die Fluktuation bei den Partnerbetreuern gering gehalten werden, um auf diese Weise die persönliche Bindung an das Franchisesystem zu verstärken? Zur Erklärung: Bei uns ist die Partnerbetreuung gegenwärtig eine Durchlaufstation zu höheren Managementpositionen.
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, ich finde es schön, dass Sie diese zwischenmenschliche Komponente beachten! Sicherlich bauen Ihre Franchise-Nehmer eine persönliche Bindung zu ihrem Partnerbetreuer auf. Wenn der Ansprechpartner häufig wechselt, dann muss jedesmal aufs Neue eine Beziehung aufgebaut werden. Wie realistisch ist es, dass Sie intern die "Durchlaufstation" von der Funktion des Partnerbetreuers weg bekommen? Oder kann zumindest ein zeitliche Mindest-Verweildauer in dieser Funktion festgelegt werden?
Leser: Kann ich von Franchise-Unternehmen erwarten, dass sie ihre Franchise-Pakete nach den Kosten der einzelnen Leistungen aufschlüsseln? Nur so könnte ich die Leistungen der einzelnen Anbieter vergleichen und die Angemessenheit der Einstiegsgebühren beurteilen.
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, ich glaube nicht, dass Franchise-Geber ihre Leistungspakete so ins Detail aufschlüsseln. Aber ich finde es dennoch ein gerechtfertigt wenn Sie die Franchise-Geber bitten offen zu legen, welche Leistungen mit der Einstiegsgebühr verbunden sind.
Leser: In welcher Intensität werde ich i.d.R. von meinem Franchise-Unternehmen betreut? Ich meine nicht Newsletter, sondern persönliche Besuche, Telefonkontakte, Tagungen etc.
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, die Betreuungsintensität ist abhängig vom jeweiligen Franchise-System ("was braucht der Franchise-Nehmer"). Allgemein gilt jedoch, dass zu Beginn der Franchise-Partnerschaft die Betreuung intensiver ist (Start up), als in der laufenden Partnerschaft. Telefonkontakte können zu Beginn täglich sein, später nur anlassbezogen. Persönliche Treffen finden zu Beginn sicherlich oft statt, später kommt der Partner-Manager in regelmäßigen Intervallen (etwa 1 x im Monat) zu Besuch. Tagungen finden in Bezug auf die Produkte / Dienstleistungen bzw. in Bezug auf den Informations- und Schulungsbedarf der Franchise-Nehmer statt; meist ergänzt um eine jährliche Jahrestagung.
Leser: Anhand welcher Kriterien prüft das Franchise-Unternehmen, ob ich als Kooperationspartner in Betracht komme?
Frau Mag. Michaela Jung: Lieber Chat-Teilnehmer, Franchise-Systeme haben klare Anforderungsprofile (persönlich, fachlich, finanziell) an ihre zukünftigen Franchise-Nehmer. Wenn Sie sich für ein Franchise-System interessieren, erhalten Sie oft einem "Partnerantragsbogen / Infobogen" zum Ausfüllen. Hier holt sich der Franchise-Geber von Ihnen alle relevanten Information für die Phase des ersten Kennenlernens.
Frau Mag. Michaela Jung: Liebe Live-Chat-TeilnehmerInnen, danke für Ihr Interesse und den regen Austausch. Falls noch Fragen offen geblieben sind beantworte ich diese gerne persönlich unter +43-662-87 42 45-12 bzw. michaela.jung@syncon.at Schönen Tag, Ihre Michaela Jung
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