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Franchise-Journal

Experten-Chat-Protokoll

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04.12.2009

First Franchise Friday

Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner, SYNCON Consulting GmbH

  • Die Schritte zur Internationalisierung mittels Franchising
  • Allgemeine Fragen zum Franchising

Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Herzlich willkommen zum heutigen Live Chat Internationalisierung mittels Franchising
Leser: Liebe Frau Schernthaner-Leitner: Von welchen Kriterien ist es abhängig, wann und in welcher Geschwindigkeit die Auslandsmärkte von einem Franchise-Unternehmen "erobert" werden sollten?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, wann man in ein Land geht, sollte schon vorab feststehen und nicht durch "Zuruf" geschehen. Professionell geht man an das Thema mit einem weltweiten Markt-Screening heran. Danach wird anhand einer Rangordnung, welches sich nach der Attraktivität des jeweiligen Marktes richtet, festgelegt, wann man in welches Land geht. Die geografische Distanz spielt eine nur untergeordnete Rolle. Das beste Bild über das zukünftige Zielland erhält man im Rahmen einer individuell auf das Unternehmen abgestimmten Marktforschung; zumindest notwendig sind jedoch die allgemeinen Grundinformationen eines Landes.
Leser: Guten Morgen Frau Schernthaner-Leitner: Sind die Franchisegeber auch bereit, den ausländischen Pilotbetrieb zusammen mit dem potentiellen Master aufzubauen? Auf diese Weise wäre eine intensive Unterstützung durch den Franchisegeber gesichert.
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, als Franchise-Geber muss man bereit sein, dem Partner im Ausland beim Aufbau des Franchise-Systems, Pilotbetriebs zu helfen. Die intensive Unterstützung durch den Franchise-Geber ist ein wesentlicher Bestandteil des Erfolges. Der Franchise-Nehmer vertraut auf das Know-How und zahlt auch dafür.
Leser: Guten Morgen. Wie stelle ich fest, ob unser Franchise-Konzept für eine Internationalisierung überhaupt geeignet ist?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Bevor an Internationalisierung zu denken ist, muss Ihr Franchise-System im eigenen Land professionell aufgebaut sein; es kann sich auch um ein sehr gut geführtes Filialsystem handeln. Der nächste Schritt ist die Erarbeitung einer entsprechenden Internationalisierungsstrategie und die Entscheidung, welche Form der Auslandsexpansion in welchem Land zur Anwendung kommt. Davon abhängig ist die Tatsache, wie viel Geld investiert werden kann/muss, um einen geeigneten Partner zu finden, das System zu adaptieren, zu pilotieren und im ausgewählten Land aufzubauen. Generell sind Franchise-Konzepte gut für die Internationalisierung geeignet, da bereits die Voraussetzungen für ein Multiplikation geschaffen sind.
Leser: Sie haben mich missverstanden: Ich meinte den Pilotbetrieb als gemeinsames Unternehmen von Franchisegeber und potentiellem Master.
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, natürlich ist dies auch möglich, hängt stark von der Form der Internationalisierungsstrategie ab. Wenn ich Sie richtig verstehe, wäre die von Ihnen angedachte Form ein Joint Venture, d.h. eine Kooperation von Unternehmen, bei welcher es zur Gründung einer neuen, rechtlich selbstständigen Geschäftseinheit kommt, an welchem die Gründungsgesellschaften (Franchise-Geber und Franchise-Nehmer) beteiligt sind.
Leser: Wir wollen 2012 mit unserem Handwerkssystem ins Ausland gehen. Welche Maßnahmen sind ganz konkret notwendig, um ein Franchise-System schrittweise auf die Internationalisierung vorzubereiten?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, bevor der Schritt ins Ausland gemacht werden kann, muss das Franchise-System im Inland erfolgreich sein. Danach gilt es die richtige Expansionsstrategie für den Weg in die Internationalität zu finden (z.B. Master-Partner, Area Developer etc.). Ein weiterer Schritt ist dann die Vorbereitung und Erarbeitung der Tools (Vertrag, Handbuch, etc.). Sind die Tools erarbeitet gehört festgelegt, wie man die geeigneten Partner findet. Die einzelnen Phasen sind: 1. Entscheidungsphase 2. Planungsphase 3. Pilotierung 4. Anpassung 5. Roll out
Leser: Richtig! Kennen Sie aus dem Franchising Beispiele für ein solches Joint-Venture zur Markterschließung?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, wir arbeiten derzeit mit einem Kunden von uns an einem solchen Konzept, den Namen kann ich hier leider nicht nennen. Und ein Beispiel weiß ich leider nicht. Falls Sie mir Ihre Emailadresse mailen wollen, kann ich mich gerne für Sie informieren.
Leser: In welchen Schritten kann ein national tätiges Filialsystem zu einem im Ausland als Franchise-System fungierendes Unternehmen ausgebaut werden?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: An und für sich können gut geführte Filialsysteme auch mittels Franchising erfolgreich im Ausland expandieren. Wichtig ist, das die Strategie für den Weg ins Ausland feststeht, d.h. in welcher Form möchte ich ins Ausland gehen: 1. Direkt-Franchising 2. Nationale System-Zentrale 3. Joint-Venture 4. Master-Franchising 5. Area Development 6. Mulit Units Steht dies fest, ist die Erarbeitung der Tools der nächste Schritt.
Leser: Welche Strukturen müssen im Mutterland unbedingt vorhanden sein, bevor ein Franchise-Unternehmen die internationale Expansion in Angriff nimmt?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Wichtig ist die Organisation entsprechend aufzustellen und vor allem die Manpower zur Verfügung zu stellen, d.h. gibt es jemaden,der sich intensiv mit dem Thema beschäftigen kann. Wichtig ist auch, dass alle Unterlagen und Werzeuge zur Verfügung stehen, um nicht nur zu reagieren.
Leser: Kann ich von einem ausländischen Franchisegeber erwarten, dass er seinen potentiellen Franchise-Partnern (inkl. Master) eine professionell erstellte Machbarkeitsstudie vorlegt? Es kann eigentlich nicht richtig sein, dass ein Franchisegeber – wie kürzlich geschehen - sich die Studie von Interessenten finanzieren lassen will.
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, wenn ein Franchise-Geber ein Land neu bearbeiten möchte, sollte er dieses kennen und die Machbarkeitsstudie sollte bereits existieren. Diese sollte Voraussetzung für einen Markteintritt sein.
Leser: Welche Aufgaben bei der Einführung eines ausländischen Franchisekonzeptes sind für den Master besonders zeitraubend oder schwierig? Welche Lösungen gibt es dafür?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Vor allem die Schulung und das Kennenlernen sind für den Master-Partner sehr zeitintensiv. Jedoch unabdingbar, nachdem dieser ja dann das System im Ausland vertritt, aufbaut und auch multipliziert. Wichtig ist es daher, das Unternehmen bis ins Detail kennen zu lernen und dies bedarf, dass man gewisse Zeit in der Zentrale und in Franchisebetrieben im Mutterland verbringt. Ein möglicher Lösungsansatz und um das ganze etwas zu verteilen, sollte man darauf bestehen, dass man während der Startphase aktive Unterstützung vom Franchise-Geber erhält, d.h. hier sollte auch jeman vor Ort sein.
Leser: Woran liegt es, dass es in Deutschland, Österreich und der Schweiz offenbar kaum Beispiele für erfolgreiches Master-Franchising gibt?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, ich kann dem so nicht zustimmen, da wir viele erfolgreiche Master-Partner haben und ich diese Tendenz nicht sehe.
Leser: Worin unterscheiden sich die Rechte und Pflichten eines Master-Franchisenehmers von denen eines Area Developers?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Master-Franchising ist die wohl derzeit noch gängigste Form der Internationalisierung. Darunter versteht sich der Verkauf des Franchise Know-hows an einen Master-Franchise-Nehmer, welcher die Lizenz sowohl für ein Land als auch eine Region erwerben kann. Die Aufgabe des Master-Franchise-Nehmers besteht darin, in dem entsprechenden Gebiet ein funktionierendes Franchise-System aufzubauen. Somit übernimmt er gleichzeitig die Rolle des Franchise-Gebers. Master-Franchising ist für Unternehmen eine attraktive Alternative zum Aufbau eines eigenen Franchise-Systems im Land. Die Vorteile für den Franchise-Geber liegen in der geringen Investition und in dem Vorteil mit einem potenten Partner vor Ort zu arbeiten. Die Gefahr des Master-Franchising liegt in der geringen Bindung und Einflussnahme, was durchaus auch zu einer Verselbstständigung des Franchise-Partners führen kann. Diese Form der Gebietsentwicklung kommt aus den USA und ist in Europa noch relativ unbekannt. Ein selbstständiger Unternehmer (Developer) wird mit der Entwicklung eines festgelegten Gebietes (Land, Region) betraut. Der Area Developer baut Franchise-Nehmer auf und betreut diese. Der Vertrag wird jedoch zwischen Franchise-Geber und Franchise-Nehmer geschlossen. Der Area Developer kann - falls festgelegt - eigene Betriebe aufbauen, für die dann jeweils ein Franchise-Vertrag mit dem Franchise-Geber abgeschlossen wird. Area Development ist dann vorzuziehen, wenn die Gefahr besteht, dass der Master-Franchise-Nehmer nach einigen Jahren selbst agieren könnte. Mit Area Development hat man einen direkten Vertrag mit allen Franchise-Nehmern und eine stärkere Bindung der Partner im System. Allerdings bedarf diese Strategie einer entsprechenden Kapazität in der System-Zentrale, da Verträge länderspezifisch zu erstellen und zu verwalten sind.
Leser: Welche Vorteile bietet die Internationalisierung von Franchise-Systemen für den einzelnen Franchise-Nehmer? Seitens der Zentrale befürchte ich eine Verzettelung der Ressourcen, die eigentlich für die Betreuung der bestehenden Franchise-Nehmer notwendig wären!
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, ie Vorteile für das System und die Marke sind die Multiplikation und das Finden der Marke, des Systems auch in anderen Ländern. Ein wesentlicher Aspekt einer Marke ist deren Verfügbarkeit und ist diese auch International vertreten, ist sie entsprechend bekannter. Natürlich dürfen die Franchise-Nehmer auf keinen Fall unter einem Kapazitäten-Engpass leiden und somit sind für die Auslandsexpansion entsprechende Ressourcen zu schaffen.
Leser: Warum ist hinsichtlich der Internationalisierung von Franchisesystemen zwar von Master-Franchising und Area Development, aber selten von Multi-Unit-Franchising die Rede? Uns schwebt die Vergabe von Franchiselizenzen an eine sehr überschaubare Zahl von renommierten Partnerunternehmen mit entsprechenden Marktkenntnissen vor.
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, wir sprechen von 6 möglichen Strategien für die Internationalisierung und die Strategie der Multi-Untis ist eine davon. Master-Franchising ist die populärste Form und daher sehr oft im Zsuammenhang mit Internationalisierung zu hören. Multi Units findet man des öfteren bei großen Ländern, welche in Regionen unterteilt werden, sind aber überall denkbar. Bei Multi-Units wird der Vertrag mit einem Franchise-Nehmer für eine bestimmte Region abgeschlossen. Dieser führt alle Outlets selbst, Sub-Franchising ist nicht möglich. Basis der Zusammenarbeit ist ein Vertrag, in welchem exakt festgelegt ist, wie viele Outlets innerhalb welches Zeitraumes zu eröffnen sind.
Leser: Sind deutsche Franchise-Anwälte international ausreichend bewandert, um rechtliche Fragen im Zuge der Internationalisierung zu beantworten oder wendet man sich besser an einen Anwalt im Zielland?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, ich empfehle Ihnen mit großen Antwaltskanzleien, welche auch international tätig sind, zusammen zu arbeiten, da diese entsprechende Büros im Ausland haben udn direkt vor Ort sind. Ich persönlich denke, dass die Zusammenarbeit mit einem Anwalt in Ihrem Umfeld von Vorteil ist.
Leser: Sind in international tätigen Franchise-Systemen auch internationale ERFA-Tagungen üblich? Wer trägt in diesen Fällen die Reisekosten?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, dies sollte in allen Franchise-Systemen und natürlich auch International ein Muss sein. Wer die Reisekosten trägt, kann ich pauschal nicht beantworten, dies ist von System zu System geregelt.
Leser: Sind es vor allem Übersetzungsaufwand und sprachliche Missverständnisse, welche die Expansion erschweren oder überwiegen interkulturelle Probleme wie Mentalitätsunterschiede und fremde Gebräuche?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, ich denke von allem ein wenig. Erfolgreiche Auslandsgeschäfte erfordern zunächst einmal Interesse - an den Menschen, der Kultur, dem Land und an der Art Geschäfte zu machen. Ihr Geschäftsmodell gehört entsprechend angepasst und adaptiert - wer sich dabei die lokalen Möglichkeiten und Fähigkeiten zunutze macht, wird gewinnen. Des Weiteren bedarf es der richtigen Internationalisierungs-Strategie und den entsprechenden Tools zur Internationalisierung. Ein russisches Sprichwort sagt: "In ein fremdes Kloster geht man nicht mit den eigenen Regeln."
Leser: In Frankreich bin ich auf die Vertriebsform des “Partenariat“ als Alternative zum Franchising gestoßen. Ist Ihnen zufällig bekannt, mit welcher deutschen Vertriebsform dies vergleichbar ist und worin sie sich von Franchise unterscheidet?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Liebe Chat-Teilnehmerin, soviel ich weiß, bedeutet der Begriff so etwas wie Partnerschaft. Wie genau diese Vertriebsform funktioniert und welche Unterschiede es zum Franchising gibt, kann ich Ihnen leider nicht beantworten, da der Begriff im Deutschen und Englischen nicht eingesetzt wird. Sorry!
Leser: Welche namhaften ausländischen Franchisesysteme haben denn im deutschsprachigen Raum erfolgreich einen Master installiert? Einige bekannte Beispiele würden mir helfen!
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, hier einige Beispiele, die mir so schnell einfallen: Sheraton, Ramada, Rainbow International, Musikschule Fröhlich, Home Instead, Era Immobilien, World of Pizza, Fun Kids, Jumi Car, Hunkemöller, New Horizont u.v.a.m.
Leser: Welche Vorteile oder Nachteile bieten der ausländische Markteintritt über Master-Franchising, Area Development oder Einzelfranchisen für den Franchise-Geber?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, Vorteile des Master-Franchising für den Franchise-Geber sind die geringe Investition und der Vorteil mit einem potenten Partner vor Ort zu arbeiten. Die Gefahr des Master-Franchising liegt in der geringen Bindung und Einflussnahme, was durchaus auch zu einer Verselbstständigung des Franchise-Partners führen kann. Der Vorteil des Area Development ist, dass der Vertrag zwischen Franchise-Geber und Franchise-Nehmer abgeschlossen wird. Area Development ist dann vorzuziehen, wenn die Gefahr besteht, dass der Master-Franchise-Nehmer nach einigen Jahren selbst agieren könnte. Die Vorteile des Einzelfranchising sind im Rahmen der Internationalisierung nur gegeben, wenn gleiche Bedingungen wir für Franchise-Nehmer im Inland herrschen (Sprache, Werbung, etc.).
Leser: Worin bestehen die Vorteile bzw. Nachteile des Master-Franchising gegenüber dem „normalen“ Franchising für den einzelnen Franchisenehmer?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, wenn man als Master-Franchise-Nehmer fungiert, bearbeitet man ein ganzes Land, d.h. man eröffnet einen Piloten und/oder weitere Outlets und vergibt Sublizenzen an andere Franchise-Nehmer im Lande. Als einzelner Franchise-Nehmer ist man nur für ein oder mehrere Outlets verantwortlich. Nicht direkt vergleichbar.
Leser: Danke für die genannten Bespiele. In welcher Form unterstützen denn die erfolgreichen Franchise-Zentralen ihre Master bei der Expansion?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, Franchise-Systeme unterstüzten deren Master durch KnowHow-Übermittlung, permanente Weiterentwicklung der Tools, Schulungen und Trainings und durch persönliche Unterstützung bei der Lösung individueller, im Land entstehender Probleme. Gemeinsam erfolgreich zu sein, ist das Ziel.
Leser: Gibt es eine internationale Messe oder Konferenz speziell für die Vergabe von Master-Franchisen?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, die Französische Messe und die Amerikansiche Messe von der IFA sind internationale Messen.
Leser: Welche Kosten entstehen bei der Internationalisierung eines Franchisesystems? Welche vorbereitenden Maßnahmen fallen dabei kostenmäßig besonders ins Gewicht?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, Kosten kann ich Ihnen nicht pauschal nennen, da dies sehr stark vom System abhängt. Besonders kostenintensiv ist die Entwicklung der Tools. Der beste und effizienteste Schritt ist ein Internationalisierungs-Workshop. Wenn Sie dieser im Detail interessiert, schicken Sie mir bitte eine Email.
Leser: Wie kann ich mir als Interessentin über die Angemessenheit der 'Master Franchise Fee' ein objektives Urteil bilden? Welche Kriterien müssen dabei einfließen?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, indem Sie alle Details des Systems genauestens prüfen, vor allem was Sie für Ihr bekommen und in welcher Form dies bereits vorhanden ist. Wichtig ist auch, zu klären, ob es sich für Sie rechnet.
Leser: Für welche Zielgruppen (z.B. Berater, Fachleute, Investoren, horizontale bzw. vertikale Vertriebsunternehmen) sind Master-Franchising und Area Development in besonderer Weise geeignet?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, ich würde die Strategie nicht an eine besondere Zielgruppe koppeln. Die richtige Internationalisierungs-Strategie hängt sehr stark vom Unternehmen ab, d.h. welche Strateie ist für das Unternehmen die Richtige? Wichtige Bewertungskriterien hierfür sind • Investition • Gewinnspanne • Identität • Transparenz • Steuerbarkeit • Imagebeitrag • Bindung des Partners
Leser: Bietet det Franchise-Verband irgendwelche Unterstützung bei der Prüfung eines ausländischen Master-Angebotes?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, der Verband kann nur prüfen, ob das System Mitglied eines anderen Verbandes ist. Die Adressen der einzelnen Internationalen Verbände finden Sie auch auf der Homepage des Verbandes. Für eine weitere Prüfung ist ein internationales Beraternetzwerk hinzuzusiehen.
Leser: Ist auf dem Auslandsmarkt eine erneute mehrjährige Pilotphase notwendig oder reicht eine konzeptionelle Anpassung an die Marktbedingungen aus?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, eine gewisse Pilotphase sollte auch im Ausland eingehalten werden, es gibt dazu keine Vorschrift, doch die geänderten Bedingungen lassen eine gewisse Pilotphase sinnvoll erscheinen. Funktioniert das Konzept und sind die Ressourcen vorhanden, kann weiter expandiert werden.
Leser: Welches sind die wichtigsten Eigenschaften, die ein Master-Franchisenehmer bzw. Area Developer mitbringen muss?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, die wichtigsten Eigenschaften sind Marktkenntnisse, Branchenknowhow ist von Vorteil und Eigenkapital.
Leser: Wie kann man im Ausland die Zielgruppen für das Master-Franchising in möglichst effizienter Form ausfindig machen und ansprechen?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Lieber Chat-Teilnehmer, auf alle Fälle durch eine Marktforschung und natürlich durch Zusammenarbeit mit Beratern im jeweiligen Land, welche die Szene kenne und screenen können.
Leser: Was halten Sie von der Einschaltung eines Headhunters zur Suche und Ansprache passender ausländischer Kandidaten?
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Ja, dies ist auf alle Fälle denkbar. Franchise-Berater sind für die Suche eines Partners eine weitere gute Anlaufstelle. Falls ich Ihnen Details dazu schicken soll, schicken Sie mir einfach ein Email.
Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner: Liebe Chat-Teilnehmer, vielen Dank für die interessanten Fragen. Liebe Grüße Ihre Silvia Schernthaner-Leitner
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