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Franchise-Journal

Experten-Chat-Protokoll

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03.09.2010

First Franchise Friday

Frau Mag. Waltraud Martius, SYNCON International Franchise Consultants

  • Network Governance und neue Formen des Franchising
  • Allgemeine Fragen zum Franchising

Frau Mag. Waltraud Martius: Sehr geehrte Chat-Teilnehmer, herzlich willkommen im First Franchise Friday auf franchiseportal. Franchising entwickelt sich weiter und die neuen Formen des Franchising eröffnen ungeahnte Möglichkeiten. Freue mich auf ihre Fragen, herzlichst, ihre waltraud Martius
Leser: Guten Morgen Frau Martius, meine erste Frage lautet: Sehen Sie ungenutztes Potential beim Einsatz der Informationstechnologie, was die Zusammenarbeit innerhalb eines Franchise-Netzwerkes betrifft? Können Sie dazu einige konkrete Beispiele geben?
Frau Mag. Waltraud Martius: Guten Morgen,meine erfahrung in der Zusammenarbeit mit Franchisesystemen zeigt, dass immer mehr die vorhandenen IT Möglichkeiten nutzten. Ein Intranet zum download der Unteralgen für die FN sollte mittlerweile schon selbstverständlich sein. Potential sehe ich in der Nutzung von webbasierter Technologie von z.b. für die Gestaltung von Werbemitteln, wie es z.B. mit frinch der Fall ist oder die direkte Eingabe von Controlling - und Benchmarkingdaten. Hier ist sicherlich noch ein großes Potential.
Leser: Guten Morgen zusammen! Frau Martius: Rechnen Sie in absehbarer Zeit mit einem Auftreten asiatischer Franchisesysteme in Europa? Wie ist deren Entwicklungsstand im Vergleich zu europäischen Franchisesystemen?
Frau Mag. Waltraud Martius: In unmittelbarer nächster Zeit rechne ich nicht damit, da in den asiatischen Ländern ein großes Potential aufrund der Größe der Länder steckt und dies zunächst mal abgearbeitet werden muss. Allerdings gibt es in Ländern wie z.B. Indien sehr gute Systeme, die professionell aufgestellt und sicherlich für die Expansion geeignet sind. 80 Prozent alles Systeme weltweit sind allerdings national tätig und haben als Inhalt auch lokale Dienstleistungen oder Produkte. Sobald aber die Systeme in den asiatischen Ländern ausgerollt sind, werden diese sicherlich auch nach Europa kommen. Das wird jedoch noch ein paar Jahre Zeit brauchen. Allerdings ist umgekehrt das Interesse an europäischen Systemen in diesen Ländern sehr groß. Im November werde ich z.B. einen Vortrag am indischen Franchisekongress über mein Buch "Fairplay Franchising" halten, das gerade in den nächsten Tagen in der 2. Auflage erscheint.
Leser: Guten Tag Frau Martius: Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Begriff der ‚Network Governance‘ richtig verstehe. Könnten Sie ihn bitte kurz erläutern?
Frau Mag. Waltraud Martius: Seit geraumer Zeit beschäftigen sich namhafte Persönlichkeiten mit der Frage ob Governance-Ansätze in der deutschen Kooperationslandschaft sinnvoll erscheinen. Unter diesem Begriff werden Richtlinien verstanden für eine verantwortungsvolle Netzwerkführung. Diese enthalten: 1. Sicherstellung der Transparenz innerhalb und außerhalb der Netzwerke. 2. Installierung Risikomanagement 3. Kontrollfunktionen 4. professionelle Geschäftsführung 5. Nachfolgeregelung
Leser: Wir kämpfen in der Zentrale mit der Informationsflut, die durch den Input unserer Franchise-Nehmer noch verstärkt wird. Angesichts der zunehmenden Komplexität und Eilbedürftigkeit ist die Überforderung der Verantwortlichen absehbar. Welche Schritte empfehlen Sie, um der Informationsflut ohne größere Risiken Herr zu werden?
Frau Mag. Waltraud Martius: Zunächst sollten die Prozesse und Zuständigkeiten klar geregelt sein. Gibt es ein Prozressemanual, dass die Arbeitschritte der Zuständigkeiten Personen / Abteilungen und die Schnittstellen zueinander klar regelt. Wichtig auch klare Prozesse für die FNs und Terminvorgaben und Festlegung in welcher Form, an wen und wann die Informationen geschickt werden. Bündelung von Infomrationen über das Intranet durch newsfunktion aber auch monatliche Franchisenachrichten in gedruckter Form oder klar gekennzeichnete informationsmails. und jährlich ein Überarbeiten der Prozesse und Standards, damit festgelegt wird ob das was an Informationen geschickt wird (in beide Richtungen) noch relevant ist für den FN - und den Systemerfolg.
Leser: Stellen Franchisesysteme aus anderen Kulturkreisen aufgrund der kulturellen Unterschiede besondere Anforderungen an die Franchisenehmer? Welche?
Frau Mag. Waltraud Martius: Ja natürlich, zunächst mal geht es darum die andere Kultur zu respektieren und zu aktzepieren und zu sehen welchen Markt eröffne ich dafür. Nichts schlimmer als eine Kultur, die vergewaltigt wird sich anpassen zu müssen.
Leser: Welche Anpassungen im Franchise-System halten Sie generell für notwendig, um den eigenen Betrieb auf die Zukunft – sprich die nächsten zehn Jahre – vorzubereiten?
Frau Mag. Waltraud Martius: Das ist eine sehr pauschale Frage, da es von der Branche abhängt, was zu tun ist um am Puls der Zeit zu bleiben. Ich denke, dass heutzutage lebenslanges lernen einer der wesentlichen Voraussetzungen ist um als Unternehmer erfolgreich zu bleiben. Flexibilität und Offenheit, aber natürlich auch Marktbeobachtung und die Weiterentwicklung der Produkte und Dienstleistungen sind eine wesentliche Voraussetzung. Für ein System gilt das genauso.Die Systeme der Zukunft (Gegenwart) sind partnerschaftlich geführt und besitzen Werte wie Partizipation, Empowerment und Vertrauen und Sicherheit. Diese Systeme setzen die dafür entsprechenden Instrumente ein. Wie z.B. Beiräte, Tagungen usw.
Leser: Guten Morgen Frau Martius: Ich beobachte seit einigen Jahren, dass die Kunden immer stärker in die Leistungserbringung durch das Unternehmen einbezogen und Aufgaben auf sie verlagert werden. Das beginnt bei der Geldausgabe oder der Paketabgabe am Automaten, über das Ablesen und Mitteilen des Energieverbrauchs bis hin zur Erstellung des gesamten Contents in sozialen Netzwerken. Halten Sie diese Entwicklung für unumkehrbar oder wird demnächst wieder mehr Komfort und Service für Kunden gefragt sein?
Frau Mag. Waltraud Martius: Ich denke, dass es nicht um "entweder/oder" sondern um "sowohl, als auch gehen wird", aber ich bin keine Zukunftsforscherin.... So wie es heutzutage möglich ist morgens bei Aldi einzukaufen ud abends im 5 Sterne Restaurant zu speisen...
Leser: Welche neuen Formen des Franchising haben Sie in jüngster Zeit beobachtet?
Frau Mag. Waltraud Martius: In meinem neuen Buch schreibe ich über 3 neue Formen des Franchising: 1. Greenfranchising 2. Social Franchising 3. Microfranchising gerade 2 und 3 eröffnen wunderbare Welten für Franchising. Einerseits die Multiplikation von sozialen Projekten, anderseits Kleinstunternehmertum in Entwicklungsländern multipliziert durch Franchising.
Leser: Gibt es von Seiten der Kundenerwartungen, Kundenbedürfnisse oder Kundenansprüche neue Trends, die bei den Veränderungsprozessen im Unternehmen unbedingt berücksichtigt werden sollten?
Frau Mag. Waltraud Martius: Der einzige wahre Trend ist ein uraltes Bedürfnis, nämlich wahrgenommen zu werden. Wertschätzung und Anerkennung, damit können Sie alles bewirken.
Leser: Welche Bedeutung messen Sie dem Konversionsfranchising bei? Wird sich ein unabhängiger Unternehmer mit Branchenerfahrung und Fachkenntnissen dauerhaft einem Franchisekonzept „unterwerfen“?
Frau Mag. Waltraud Martius: Das ist sicherlich die schwierigste Form im Franchising.Denn das gefüllte Glas muß zunächst mal geleert werden. Aber auch hier gelten Werte wie Wertschätzung und Anerkennung. Wenn Sie dem bestehenden Unternehmer Wertschätzung entgegen bringen für das was er schon geleistet hat und in das System einbringen wird und ihm eine Chance geben sich dem System einzuordnen, dann wird es gelingen. Unterordnung ist sicherlich nicht der richtige Ansatz.
Leser: Sie treten in Ihrem jüngsten Buch für eine partnerschaftliche Form des Franchising ein. Welche begleitenden Maßnahmen empfehlen Sie, damit der Abbau von autoritären Strukturen nicht zu Unverbindlichkeit und Hilflosigkeit im Franchise-System führt?
Frau Mag. Waltraud Martius: Klare Spielregeln und Prozesse, Grenzen und regelmäßige Kommunikation. und Konsequenz statt Strenge. Mut zur Veränderung und Sanktion.
Leser: In welche Richtung wird sich die Rolle des Franchisenehmers künftig entwickeln? Wird er im Rahmen des Netzwerkes neue Aufgaben übernehmen müssen?
Frau Mag. Waltraud Martius: Die Hauptaufgabe des FNs wird nachwie vor sein für seine Kunden da zu sein, die Produkte und Dienstleistungen professionell zu verkaufen und seine Mitarbeiter entsprechend zu führen. Hinzu kommen werden Aufgaben im horizontalen Netzwerk, wie Einarbeitung neuer FN-Kollegen, Übernahme von Patenschaften und Mentoring sowie regelmäßige Treffen zum Erfahrungsaustausch jenseits von zentral organisierten Jahrestagungen. Sowie professionelle Mitgestaltung des Systems durch klar geregelte Funktionen, wie z.B. in Beiräten. Und natürlich die Verpflichtung zum Lebenslangen Lernen.
Leser: Welche Veränderungen der Kommunikation innerhalb eines Franchisesystems sind derzeit im Gange bzw. zeichnen sich als Zukunftsvision ab?
Frau Mag. Waltraud Martius: Die Möglichkeit Wissen in ein Intranet einzustellen hat die gesamte Kommunikation in den Systemen verändert, wir haben uns von der Bringschuld zur Holschuld entwickelt. Konsequent genutzte und professionell gefüllte und geführte Intranets tragen daher wesentlich zur Entlastung von Systemzentralen bei. Techniken wie Skype, Telefonkonferenzen usw. ermöglichen ein schnelles Reagieren auf Veränderungen, wie z.B. Einführung eines Produktes. Ich denke, dass die konsequente Nutzung aller neuen Informationstechnologien uns schneller macht und damit professioneller und enger am Puls der Zeit und der Bedürfnisse der Kunden sein läßt. UNd es gibt uns in Systemen immer wieder in KOntakt zu sein und somit den "familengedanken", die Kraft der Gruppe zu spüren und BIndungskraft aufzubauen. Tagungen müssen nicht mehr für den Transfer von grundlegenden Informationen genützt werden sondern dienen der Gruppen - und Teamentwicklung in Franchisesystemen.
Leser: Aus meiner Sicht ist eine Professionalisierung der Partnerauswahl im Franchising dringend erforderlich, um eine effizientere Aufgabenverteilung zwischen Franchise-Nehmer und Systemzentrale zu ermöglichen. Dafür gibt es heute spezifische Tests und Auswahlverfahren. Wir benötigen hingegen mehr qualifizierte Kandidaten. Was kann getan werden, um das Interesse der Öffentlichkeit an Franchising deutlich zu erhöhen?
Frau Mag. Waltraud Martius: Das ist eine gute Frage. Denn was ist die Öffentlichkeit. Es wäre vermessen sich zu wünschen alle müssen wissen was Franchising ist. Viel wichtiger ist die klare Definition des Anforderungsprofils an die FNs und die Festlegung der Zielgruppen der potentiellen FNs. Und innerhalb dieser Zielgruppen ist dann gezielt Lobbying für das System zu betreiben. Franchisegeber scheitern in der Rekrutierung immer wieder an diesen beiden Themen und wissen gar nicht genau wen Sie suchen und streuen ihre Akquise daher viel zu breit.
Leser: Wann ist ein Unternehmen als Ausgangspunkt für die Entwicklung eines Franchisesystems geeignet?
Frau Mag. Waltraud Martius: Franchising ist eigentlich ganz einfach, heißt nichts anderes als Multiplikation eines erfolgreichen Betriebstyps. Das ist also mal die Grundvoraussetzung. Und dann muss die Bereitschaft, die Finanzkraft und der lange Atem da sein das System zu entwickeln, das System auf - und aufzubauen. Und das Erkennen, dass ein System nur langfristig gesehen werden darf und nie kurzfristig auf Seiten des FGs Gewinne abwerfen wird. In meinem Buch schreibe ich dazu ein Kapitel, d.h. "Man muß die Kuh füttern, bevor man sie melkt".!!! Und desshalb ist auch zu Beginn und als Entscheidungsgrundlage die Erstellung eines Wirtschaftlichen Modells für das zukünftige System ein erster wichtiger Schritt in der Entscheidung ein System aufzubauen.
Leser: An Rasthäusern stoße ich gelegentlich auf den gemeinsamen Auftritt verschiedener Fastfood-Ketten. Könnte dieses Konzept beispielhaft für andere interessante Standorte werden? Wie wäre es mit einer Koordination durch den Franchise-Verband?
Frau Mag. Waltraud Martius: Ich finde diese Kombination auch ganz spannend, vorallendingen aus der Sicht des Kunden. Ich denke jedoch nicht dass es Aufgabe des Verbandes ist solche Geschäftskonzepte zu organisieren.
Leser: Mit welchen Hürden ist beim Verkauf bestehender Franchise-Betriebe zu rechnen? Wie geht man bei der Preisberechnung vor? Welche Ablöse erhält der bisherige Partner? Bei uns nähern sich einige Franchise-Nehmer dem Rentenalter, so dass dieses Thema erstmals aktuell wird.
Frau Mag. Waltraud Martius: Diese Frage wird uns in der Beratung immer öfter gestellt, da eben die Systeme mit ihren Partnern schön langsam in die Jahre kommen. Letzendlich ist genauso vorzugehen, wie bei einem klassischen Unternehmensverkauf (und das ist ja sehr Branchen - und Betriebstypabhängig) , nur dass der FG eben ein Mitspracherecht (sofern vertraglich geregelt) hat in der Auwahl des Käufers, da ja mit diesem dann im Idealfall ein neuer Vertrag abgeschlossen werden soll. Pauschal kann ich daher nicht sagen, was ein FN - Betrieb wert ist. Ist aber doch sicherlich spannend, das auch mal mit den FNs selbst oder im Beirat zu diskutieren.
Leser: Kommt es zu einer Verwässerung der Grenzen zwischen Franchising und Network Marketing, indem letztere die Zahl der Hierarchestufen beschränken und Franchise-Systeme vermehrt regionale Master integrieren?
Frau Mag. Waltraud Martius: das glaube ich nicht,eher nur entwickelt sich NM in Richtung Franchising, da erkannt wird, dass die langfristige Qualität die Ziele eher erreichen lässt als die kurfristigen Quantitäten. Und ich hoffe sehr, dass nicht zu viele Systeme glauuben, dass die Einziehung der regionalen Masterstufe zum Erfolg führt. Meiner Meinung nach ist dass keine gute Strategie und führt langfristig zur Verwässerung des Systems. Und meistens rechnet sich es auch nicht.
Leser: Hallo Frau Martius, ich bin bei Recherchen im Internet zum Thema Franchising auf einen interessanten Fall gestoßen. Ein Auszubildender bei einem Systemgastronom der Franchise-Branche bangt um seinen Ausbildungsplatz, da der Franchise-Nehmer (sein Chef) seine Franchise-Lizenz "verloren" hätte. (http://junge.ngg.net/interaktiv/dr_azubi/franchise-lizenz/) Wissen Sie, ob er/sie tatsächlich um die Stelle fürchten muss? Danke!
Frau Mag. Waltraud Martius: Das kann ich so nicht beantworten, da ich ja nicht weiß, was mit dem Standort weiter passiert und was mit dem Betrieb des ehemaligen FNs.Ich habe nur die Phantasie, dass wenn der Azubi weiterarbeiten möchte und gebraucht wird, es sicherlich im System eine Lösung geben wird können.
Leser: Lassen sich auch ausgesprochen komplexe Produkte und Dienstleistungen über Franchising verkaufen?
Frau Mag. Waltraud Martius: WEenn die FN und deren Mitarbeiter das Produkt lernen können und damit Geld verdienen können sicherlich ja.
Leser: Ich erwarte steigende Anforderungen an die Franchise-Nehmer in Bezug auf Managementqualifikationen. In Zukunft brauchen wir verstärkt erfahrene Manager, die in der Lage sind, mehrere Betriebe erfolgreich zu steuern und dabei auf Augenhöhe mit den Experten in der Systemzentrale zusammenzuarbeiten. Ist Ihnen das latente Image- und Kompetenzproblem der Franchise-Branche bewusst, das uns bei der Gewinnung besonders qualifizierter Kandidaten behindert? Sehen Sie Lösungsansätze?
Frau Mag. Waltraud Martius: Ich denke nicht, dass fehlende Managementqualitäten eine Frage des Franchising sind. Wenn das Produkt und die Dienstleistungen attraktiv genug sind und mit dem System Geld verdient werden kann, dann finden sich auch die richtigen Partner. Wichtig ist das erkennen der Synergiepotentiale, wenn es die nicht gibt, kann kein System aufgebaut werden.
Leser: Aus den USA kenne ich Franchise-Systeme, die ihre Interessenten gezielt unter ehemaligen Soldaten, ethnischen Minderheiten und anderen Zielgruppen suchen. Für welche Geschäftsfelder käme ein solches Vorgehen bei uns in Betracht?
Frau Mag. Waltraud Martius: Ich denke, das hängt vom jeweiligen Franchisesystem ab und von den Produkten und den Dienstleistungen, die der Betriebstyp anbietet.Je mehr Identifikation der FN mit dem Betriebstyp mitbringt, desto erfolgreich wird er sein.
Leser: Welches sind die Kriterien für ein erfolgversprechendes und zukunftsträchtiges Franchisesystem?
Frau Mag. Waltraud Martius: Siehe dazu bitte auch meine Antwort davor. Das wichtigste ist ein funktionierender Betriebstyp und die Bereitschaft ein System entwickeln zu wollen.
Leser: Ich höre immer wieder, dass Franchisegeber die Standortsuche ihren künftigen Partnern überlassen. Nicht nur bei der Suche hochfrequentierter Lagen ist heute ein professionelles Vorgehen erforderlich. Wie soll sich denn ein Gründer im Standortwettbewerb gegenüber den Spezialisten namhafter Filialsysteme durchsetzen? Wo soll er das Selbstbewusstsein, Know-how und Verhandlungsgeschick hernehmen?
Frau Mag. Waltraud Martius: Das ist nicht sehr geschickt, da geht viel Kraft und Energie und Synergie verloren. und gerade in 1 A Lagen muss alles in die Waagschale geworfen werden um ans Ziel zu kommen. Aber die meisten der erfolgreichen Systeme unterstützen ihre FNs in der Suche der Standorte, ebenso in der Auswahl.Das liegt in ihrem ureigensten Interesse.
Leser: Was halten Sie von Social Franchising? Steht die Verfolgung gemeinnütziger Interessen nicht dem Gewinnstreben als entscheidender Antriebsfeder entgegen?
Frau Mag. Waltraud Martius: Ich halte sehr viel von Socialfranchising, da mit der Skalierung von Sozialprojekten sicherlich die Sozialen Ziele effizienter erreicht werden können. Natürlich müssen die Rollen der beteiligten Partner klar definiert sein und gerade die sonst im Vordergrund stehenden Verdienstmöglichkeiten der FNs neu definiert werden.
Leser: Wovon ist die Multiplizierbarkeit eines Pilotbetriebes im Franchising abhängig? Wie lange sollte der Pilotbetrieb zuvor erfolgreich betrieben werden?
Frau Mag. Waltraud Martius: Der Pilotbetrieb sollte mindestens ein bis 2 Jahre wirtschaftlich erfolgreich laufen. Die Übertragbarkeit auf einen FN muss gewährleistet und das Vorhaben für potentielle FNs finanzierbar sein.
Frau Mag. Waltraud Martius: Liebe Chatteilnehmer, vielen Dank für ihre Fragen, liebste Grüße und ein schönes Wochenende, ihre Waltraud Martius
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